Aus dem Französischen von Wolfgang Krege. Lucette ist überzeugt davon, dass der Tochter, die sie erwartet, ein besonderes Schicksal bestimmt ist. Dafür braucht sie natürlich auch einen besonderen Namen. Lucette findet ihn im Lexikon: Plectrude. Und tatsächlich, Plectrude ist anders, eine Außenseiterin, ein Wunderkind, das in seiner eigenen märchenhaften Fantasiewelt lebt. Doch irgendwann wird Plectrude von der Wirklichkeit eingeholt, und all ihre hochfliegenden Träume zerplatzen. Trotzdem steckt sie voll überschäumender Lebenslust. Es gelingt ihr, noch einmal ganz von vorne anzufangen und ein (fast) ganz normales Leben zu führen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.04.2004
Da ist der "tlx" zeichnende Rezensent platt: Dass man ein eigentlich so interessantes Thema dermaßen schlicht umsetzen kann, hätte er wohl nicht gedacht. Der Roman erzählt von einem Mädchen, das als Kind von seiner Mutter ausgesetzt wird, die, um einen ungewöhnlichen Namen durchzusetzen, ihren Mann umbringt und im Gefängnis dann sich selbst. Das Kind kommt zu Zieheltern, die es in eine Ballettversessenheit leiten, die wiederum Magersucht und ähnlichem führt. Man hätte einiges daraus machen können, so der Rezensent, im Hinblick auf die sozialen und psychischen Folgen. Doch die Geschichte sei nicht nur "in atemberaubender Schlichtheit" erzählt, sondern habe zudem noch zur Quintessenz, dass Mutterliebe schädlich sei. Das einzige, was den Rezensenten ansatzweise zu trösten vermag, ist die Tatsache, dass die Protagonisten vor dem Happy End die Autorin dieses "unsäglichen Romans" umbringen.
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