Ana Kordsaia-Samadaschwili

Wer hat die Tschaika getötet?

Roman
Cover: Wer hat die Tschaika getötet?
Hans Schiler Verlag, Berlin 2016
ISBN 9783899300291
Gebunden, 170 Seiten, 16,80 EUR

Klappentext

Aus dem Georgischen von Sybilla Heinze. "Das wissen Sie nicht, stimmt's? Nein, natürlich wissen Sie das nicht. Ich sag's Ihnen. Jede Frau - ich rede von Frauen und nicht von biologischen Einheiten weiblichen Geschlechts - jede Frau möchte mit einem Mann zusammen sein. Sie will nicht dem Mann gehören, oder dass er ihr gehört, sondern mit dem Mann zusammen sein. Sie will mit dem Mann in Klubs gehen und ins Kino zu Harry Potter, mit ihm in den Urlaub fahren, in die Sauna gehen, sonst wohin, was weiß ich. Will mit dem Mann essen und sich saumäßig betrinken. Oder denken Sie, nur Männer können sich saumäßig betrinken? Nee, nee, junger Mann!"
Die Polizeiermittler sind überfordert. Sie werden von den Verdächtigen, den Freunden der Ermordeten, nach Strich und Faden an der Nase herumgeführt, so wie auch der Leser. Die Freunde wissen, wer sie umbrachte, geben aber nichts preis. Warum, erschließt sich nach und nach aus den vielen Geschichten, die sich die Freunde, eine bunte, unkonventionelle, ja grelle Schar, über die Tote und sich selbst erzählen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.07.2016

Rezensent Tilman Spreckelsen attestiert Anna Kordsaia-Samadaschwili einen eigenen Ton, auch wenn sie mit ihrem Roman für ihn deutlich an Vorbilder wie John Dos Passos anschließt. Überzeugt hat ihn die gekonnte Art, wie die Autorin ihren Text als Kriminalroman beginnen lässt, dann aber bald diese Spur verlässt und stattdessen ein Panorama der Gegenwart entwickelt und tief in die Geschichte Georgiens eintaucht. Dass vieles im Text im Dunkeln bleibt, kann Spreckelsen verkraften, derart leicht springt Kordsaia-Samadaschwili zwischen Perspektiven hin und her, flicht Rückblenden ein und präsentiert eine "eindeutig weiblich" strukturierte Gesellschaft mit einem Mädchenbund im Zentrum der Geschichte.
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