Das moderne Unternehmen, charakterisiert durch Privateigentum, hierarchische Entscheidungsstrukturen und Gewinnorientierung, ist eine der wichtigsten 'sozialen Erfindungen' der modernen Gesellschaft. Es wurde lange Zeit als Untersuchungsgegenstand der Wirtschaftswissenschaft zugeordnet; doch die Soziologie kann zu dessen Analyse neue und wichtige Einsichten beitragen. Im vorliegenden Band finden sich neben theoretischen Überlegungen, die die sozialen und kulturellen Grundlagen von Unternehmen behandeln, auch problem- und theoriegeleitete Analysen spezifischer Unternehmensstrukturen, die den Regelungsbedarf wirtschaftlicher Beziehungen hervorheben. Analysen zur Globalisierung des Unternehmenshandelns und zu dessen gesellschaftlichen Folgen, die bis hin zur Übertragung unternehmerischer Prinzipien in nicht-wirtschaftliche Gesellschaftsbereiche reichen, runden die eröffneten gesellschaftstheoretischen Zugänge zum Wirtschaftsgeschehen ab.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.12.2008
Neues aus der Wirtschaftssoziologie bietet die thematisch breit gestreute Sammlung von 16 Forschungsbeiträgen, die Rezensent Erich Weede bespricht. Der Sammelband geht auf eine Tagung der Theorie-Sektion der Deutschen Gesellschaft für Soziologie zurück und berücksichtigt Weede zufolge dementsprechend kaum die empirische Forschung. Für die Theorie konstatiert Weede einen starken Bezug auf Klassiker der eigenen Disziplin wie Max Weber und Emile Durkheim, während vom neomarxistischen Denken der 68er fast nichts übrig geblieben sei, aber auch neuere ökonomische Forschungsprogramme wenig berücksichtigt werden. Weede referiert einige der weitgehend an soziologischer Theorie orientierten Beiträge und kommt zu dem Schluss, "dass sich die deutsche Wirtschaftssoziologie inzwischen weit genug entwickelt hat", dass sie zumindest punktuell auch für Ökonomen interessant sein könnte.
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