Andreas Speit

Autoritäre Rebellion

Wie antimoderne Reflexe breite Schichten der Gesellschaft erfassen und sie immer weiter nach rechts rücken
Cover: Autoritäre Rebellion
Ch. Links Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783962892326
Broschiert, 176 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

"Sie sind Familienangehörige, Freunde, Bekannte, Vereinsmitglieder, Doppelkopfspielende, Tennispartnerinnen oder Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr. Sie haben sich entschieden: Diese Bundesrepublik ist nicht mehr ihre Republik. Wir kennen sie, sie sitzen nicht nur in den Parlamenten oder Talkshows, sie sitzen auch an Küchen- oder Stammtischen. Sie sind wie wir, sie kommen aus der Mitte der Gesellschaft. Ihre Revolte strebt ins Autoritäre. "In seiner Analyse beschreibt Andreas Speit, warum in breiten Schichten der Gesellschaft antimoderne Vorstellungen dominieren und welche Folgen ihre damit einhergehende Radikalisierung hat: Anzweiflung der Realität, Ablehnung des Rechtsstaats, Delegitimierung der Demokratie.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.07.2025

Rezensent Tanjev Schultz schaut sich gleich vier Bücher an, die Antworten auf die Frage liefern, warum Rechte in vielen Ländern erstarken. Zunächst nimmt er sich das Buch des Politikwissenschaftlers Marcel Lewandowsky vor: dessen Stärken sieht er im komparativen Ansatz, den Lewandowsky verfolgt: Er stellt heraus, dass die "nationalistische Internationale" sich vor allem über "Rassismus, Antisemitismus und Antifeminismus" und die Ablehnung dessen, was sie selbst als Elite sehen, einig ist. Er warne Altparteien davor, die Talking Points der Rechten zu übernehmen, dies habe sich als wenig erfolgsversprechend erwiesen. Der Journalist Andreas Speit zeigt ihm, dass der Extremismus schon weit in die Gesellschaft vorgedrungen ist und sich geistesgeschichtlich oft auf Ideen der Romantik bezieht, die dann völkisch vereinnahmt werden. Schultz hätte sich allerdings noch stärker dafür interessiert, wie sich das mit den tech-libertären Positionen etwa von Alice Weidel verträgt.  Für Schultz sind alle Bücher eine Warnung, nicht zuzulassen, dass Demokratien zu autokratischen Staaten werden. 

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 19.05.2025

Rezensentin Esther Dischereit kann viel anfangen mit Andreas Speits Buch über eine gesellschaftliche Tendenz, die sich als Rechtsruck infolge einer mindestens implizit autoritären Kritik an staatlichem Handeln beschreiben lässt. Speit geht auf den Ärger mancher Menschen über eine vermeintliche Sprachpolizei ein, auf Reichsbürger, die mit der gegebenen staatlichen Ordnung komplett brechen wollen und die eigenständige Strukturen schaffen, auf Kritik an Coronamaßnahmen, auf Diskussionen um ein AfD-Verbot, auf den Anstieg rechtsextremer Straftaten. Speit schreibe im Sinne einer Ideologiekritik und führt die obigen gesellschaftlichen Entwicklungen unter anderem auf die deutsche Romantik und Carl Schmitt zurück. Dischereit findet das Thema dieses Buches in jedem Fall außerordentlich wichtig.

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