In Fascholand begibt sich Canberk Köktürk auf eine autobiographisch-investigative Reise durch ein Deutschland, das nicht nur Menschen mit Migrationsgeschichte das Fürchten lehrt. Seine erzählerisch angelegte Ermittlungsakte untersucht die Lage der Nation. Hass und Hetze, Rechtsruck und Rassismus vergiften das Land und treiben es an den Abgrund. Köktürk sammelt Indizien, spricht mit Betroffenen und trägt Wissen von Expert:innen zusammen. Sein Ton hilft zu verstehen, wie gefährlich die Lage geworden ist: Unser Land inszeniert sich als wehrhafte Demokratie, setzt aber den strukturellen Problemen und der Radikalisierung im politischen Diskurs nichts entgegen.
Dieses Buch, glaubt Rezensent Jonathan Guggenberger, wird den Faschismus in Deutschland nicht aufhalten. Das genau ist allerdings das Ziel, das Autor Canberk Köktürk laut Guggenberger verfolgt: Angelegt ist das Buch als eine Investigation, die mithilfe von Interviews, zum Beispiel mit von rassistischer Gewalt betroffenen und mit Faschismusexperten, dem Rechtsruck in Deutschland auf die Schliche kommen will. Das Problem, so der Rezensent: Köktürks These steht von Anfang an fest, es geht um Feindbildmalerei und ein Anschreiben gegen, Zitat Köktürk, die "weiß-christlich-heteronormativ-patriarchale Gesellschaft", alles, was dem Autor nicht in den Kram passt, wird ignoriert. Mit einem derart konformistischen Buch kommt man den Rechten nicht bei, glaubt Guggenberger, der sich darüber ärgert, dass Köktürk die interessanten Passagen, die es in seinem Buch gibt, etwa über die komplizierte Liebe des Autors zum Ruhrgebiet, nicht weiter ausgearbeitet hat. Insgesamt überwiegt in dieser Besprechung klar Enttäuschung.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…