Herausgegeben von der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Mit der Kampfschrift "Der Fall Wagner" ist es Nietzsche nach Jahren völliger Nichtbeachtung 1888 gelungen, die Aufmerksamkeit des Lesepublikums wieder zu gewinnen. In der Rezeptionsgeschichte hat die radikale Kritik an Wagner eine wichtige Rolle gespielt. Die "Götzen-Dämmerung" bietet Nietzsches Spätphilosophie 'in nuce'. Das Werk zeigt Nietzsche auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft und führt die Experimentalphilosophie in der Praxis vor Augen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.03.2013
Die beiden nun von der Heidelberger Akademie der Wissenschaften vorgelegten Bände des historischen kritischen Kommentars zu Friedrich Nietzsches Werk überzeugen den kritischen und man darf wohl sagen: berufenen Leser Ludger Lütkehaus bis auf eine Kleinigkeit: Der Rezensent wünscht sich Nachsicht mit Nietzsche, weniger Strenge, wenn die Autoren des Kommentars sich dezidiert quellenorientiert historisch und problemgeschichtlich kontextualisierend dessen Werk (und weniger den Nachlass) vornehmen. Dass die Wirkungsgeschichte darüber zurücktreten muss, geht für Lütkehaus in Ordnung, der die Erläuterung von Schlüsselbegriffen und Kernpartien der "Geburt der Tragödie" etwa für eine enorme wissenschaftliche Leistung hält. Nietzsche "denkerischen Extremismus" vorzuwerfen, wie es der Kommentator zu "Der Fall Wagner" macht, findet Lütkehaus hingegen entbehrlich.
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