Andrew Abbott

Prozessuales Denken

Reflexionen über Marx und Weber
Cover: Prozessuales Denken
Hamburger Edition, Hamburg 2019
ISBN 9783868543346
Gebunden, 120 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Michael Adrian. Andrew Abbott unterzieht Texte von Karl Marx und Max Weber einer kritischen Re-Lektüre. Marx sieht die Gegenwart, so Abbotts Lesart, nur durch Kräfte der Vergangenheit bestimmt. Wollen wir die Gegenwart verstehen, brauchen wir jedoch beides. Vergangenes und Zukünftiges ist im konkreten Handeln miteinander verwoben. Weber hingegen begreife Wissenschaft als vergangenheitsorientiert und Politik als zukunftsbezogen, trenne beides jedoch zu sehr voneinander. Abbott spricht dagegen von "dichten Gegenwarten", in denen sich Vergangenheiten und Zukunftsentwürfe verknüpfen. Sie können gleichsam historisch erklärt werden (Wissenschaft) und bilden die Basis für schöpferische Gestaltungen (Politik). Die viel gerühmte und ebenso umstrittene Werturteilsfreiheit der Sozialwissenschaften ist in dieser Perspektive ein Mythos.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.03.2020

Rezensent Alexander Gallus attestiert diesen beiden Vorträge von Andrew Abott, die der Chicagoer Sozialtheoretiker 2018 in Berlin und Göttingen hielt und die das Hamburger Institut für Sozialforschung nun herausgegeben hat, eine eigenwillige Faszination. Der Untertitel "Reflexionen über Marx und Weber" ist nicht ganz ernst zu nehmen, warnt der Kritiker vor: Abbott bekenne selbst, auf beiden Gebieten kein Experte zu sein. Statt um eine textgebundene Neuinterpretation von Marx' Thesen gehe es dem Autor um "Kritik am vergangenheitsgebundenen Historizismus", schreibt der Rezensent, dem hier auch Marshall, Strauss, Popper und Hobbes begegnen. Abbotts kaum verständliche Ausführungen und Thesen zum "prozessualen Paradigma" nennt der Rezensent unkonventionell und hält sie vielleicht nicht unbedingt für brauchbar in der Geschichtswissenschaft, aber allemal für "sympathisch".
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Beliebte Bücher

Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…