Kein Datum im Kalenderjahr ist in das kollektive Gedächtnis der Deutschen so eingebrannt wie der 9. November. Von 1918 bis 1989 - eine besondere Geschichte des 20. Jahrhunderts.Es fängt an mit dem 9. November 1918: Innerhalb weniger Stunden bricht eine Welt zusammen und eine neue entsteht. Der Krieg ist zu Ende, der Kaiser dankt ab, die Republik wird ausgerufen. Ein genauer Blick auf diesen Tag zeigt wie unter einem Brennglas politische und gesellschaftliche Entwicklungen der Zeit. Von der Novemberrevolution aus ziehen die Autorinnen ein Band durch das ganze 20. Jahrhundert. Sie besichtigen einzelne Tage, die Wendepunkte in der deutschen Geschichte sind.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.10.2019
In einer Sammelbesprechung rezensiert Robert Probst zwei Bücher zum 9. November. In ihrer eher nüchtern gehaltenen Darstellung, so schreibt er, lassen sich die beiden Historikerinnen für jedes von ihnen erwähnte Datum auf nur zwei Erzählstimmen ein, dies verknappe und reduziere die Perspektiven. Aber es gäbe hier auch keine Verbindungen, die es eben nicht gebe. Dafür findet der faszinierte Rezensent zwei ungewöhnliche Kapitel zu diesem Datum, nämlich jenes über eine nicht explodierte Bombe im Jüdischen Gemeindehaus (in West-Berlin) und zum Tod des im Hungerstreik befindlichen RAF-Mitglieds Holger Meins - deutliche Hinweise auf die 68er Bewegung, die sonst meist fehle. Probst bedauert die Kürze des Schlussworts, in denen zudem Bezüge zu anderen europäischen Ereignissen hergestellt würden.
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