Aus dem Italienischen von Michael von Killisch-Horn. Das Alltägliche ist in Anna Felders Geschichten nicht alltäglich. Mit Humor beschreibt sie Situationen von scheinbarer Normalität, in denen sich ganz still, sotto voce, etwas anbahnt, das dem Vertrauten eine rätselhafte und zuweilen bedrohliche Dimension gibt. Immer kreisen diese Geschichten um Beziehungen - zwischen Menschen, die zusammenleben, zwischen Nachbarn oder zwischen Fremden, die sich zufällig begegnen und durch einen Blick, eine Geste, ein Detail zu Verbündeten werden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.07.2002
Ziemlich spannend findet der Rezensent mit dem Kürzel "vil." die Erzählungen der Italienerin Anna Felder und ist auch angetan von ihrem Stil, in dem sich eine "bis ins Extreme verknappte Sparsamkeit des beschreibenden Ausdrucks" mit "ins Phantastischen ausufernden" Elementen mischt. Die Geschichten sind deshalb ungewöhnlich und der Blickwinkel auf ihre Protagonisten auch ("Porträts setzen sich zusammen aus Gesten und Redensarten"), obwohl die Themen es nicht sind: "Es geht um Menschlich-Allzumenschliches". Der Rezensent lobt die Beobachtungsgabe der Autorin und die "konkrete Bildhaftigkeit, die nie zur Metapher gerinnt". Lediglich mit der Leistung der Übersetzers ist er gar nicht zufrieden und so "wirkt der deutsche Text manierierter als nötig oder wird vollends hermetisch".
Eva Menasse: Alleinruhelage Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.… Heinz Strunk: Memories of Heidelberg Heidelberg im Frühling! Bertram und Isolde, ein in die Jahre gekommenes Paar aus Oldenburg, möchten sich in der romantischen Kurpfalz mal einen richtig schönen Kurzurlaub… Tony Tulathimutte: Fiasko Aus dem Amerikanischen von Stefanie Jacobs, Stefanie Ochel und Jan Schönherr. Ein erklärter Feminist fällt ins Wurmloch der Incel-Szene. Eine Frau versinkt in einer selbstzerstörerischen… Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr…