Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.07.2001
Ein völlig verständliches, gar dringendes Anliegen attestiert Cornelius Simons der Autorin mit ihrer Studie über die Berliner Rechtsfakultät an der Scheide zu 1933. Vom Ergebnis zeigt sich Simons nicht ganz überzeugt: herausgekommen sei eher ein Handbuch, das künftigen Analysen den Weg durchs Gestrüpp der Erlasse, Gremiensitzungen und Protokolle weisen könne. In eben diesem Gestrüpp hat sich von Lösch seiner Meinung nach verfangen; eine Überfülle von Fakten steht einer diesbezüglich recht mageren Ausbeute an Erkenntnissen gegenüber. Denn dass Professoren auch nur Menschen, sprich feige und unsolidarisch, waren, stand ohnehin zu vermuten, meint der Rezensent, den mehr die Frage interessiert hätte, wie es dazu kommen konnte, dass "gestandene Intellektuelle" ihre Überzeugungen so geschmeidig den neuen Verhältnissen anzupassen wussten. Dennoch, meint Simons, sei von Löschs Buch "verdienstvoll" und ein guter Anfang.
Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Ulf Poschardt: Bückbürgertum Gefährlicher als die Shitbürger sind die Bückbürger. Jene Konservativen und Liberalen, CEOs und Manager, Bischöfe und Intellektuelle, Kanzlerinnen und Kanzler die - wider…