Lothar Becker stellt die nach 1933 eingerichtete nationalsozialistische Schrifttums- und Wissenschaftsbürokratie und ihre Besonderheiten für den Bereich wissenschaftlicher Publikationen dar. Anschließend widmet er sich den konkreten Handlungszwängen und -spielräumen der Zeitschriftenverantwortlichen während des Dritten Reichs. Die ausgewerteten Redaktionskorrespondenzen lassen den Drang zum tatkräftigen Mittun deutlich werden, der die überwiegende Zahl der Staatsrechtslehrer bereits wenige Wochen nach der Machtübergabe ergriff und bei vielen noch bis zum Zeitpunkt des sich ankündigenden Untergangs des Systems Mitte des zweiten Weltkrieges fortdauerte.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.09.2000
Die Dissertation weist nach Angaben des Rezensenten mit dem Kürzel "hof." am Beispiel der Zeitschrift "Archiv des öffentlichen Rechts" die weitgehend freiwillige Aufgabe wissenschaftlicher Objektivität der Rechtswissenschaft in der Zeit des Nationalsozialismus nach. die für die Untersuchung herangezogenen Briefwechsel zwischen Verleger und Autoren erzählten nebenbei auch eine Geschichte des Siebeck-Verlags in Tübingen, der immerhin auf Distanz zum System gehalten habe, meint der Rezensent in seiner Kurzbesprechung.
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