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Annette Kuhn

Ich trage einen goldenen Stern

Ein Frauenleben in Deutschland
Cover: Ich trage einen goldenen Stern
Aufbau Verlag, Berlin 2003
ISBN 9783351025564
Gebunden, 232 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Annette Kuhn, Historikerin, Friedens- und Frauenforscherin, brach mit den Lebensmustern der Eltern. 1934 von Martin Niemöller getauft, als Studentin zum Katholizismus konvertiert, entdeckte sie erst als erwachsene Frau ihre jüdischen Wurzeln. Sie schildert die Märchenwelt ihrer behüteten Kindheit Mitte der dreißiger Jahre in Berlin, die Zuflucht in England, das Wiedersehen mit dem Vater in New York. Die Mädchenjahre im Süden der USA sind geprägt durch Kontraste zwischen Weißen und Schwarzen und Teilhabe an der geistigen Welt des Vaters, der als Philosoph lehrt. Deutschland bleibt Annette Kuhn nach der Rückkehr 1948 lange fremd, sie rebelliert gegen bornierte Lehrer und den gütigen, aber autoritären Vater. Ihr Verlangen nach Gemeinschaft, ihr Suchen nach Erkenntnis im Studium, ihre Konflikte als Hochschullehrerin und Frauenforscherin schildert sie mit großer Offenheit: "Ich fühlte mich im Netz schützender Lügen wohl."

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 11.12.2003

Nach der Lektüre der Autobiografie von Annette Kuhn verbeugt sich Elke Schubert vor der Historikerin und Feministin. Kuhn ist nicht nur eine der wenigen weiblichen Professorinnen in den sechziger Jahren gewesen, noch dazu lebte sie recht früh und lange mit einer Frau zusammen. Allein das könnte "ganze Erinnerungsbände" füllen, konstatiert die Rezensentin. Kuhns Memoiren gingen über diesen Stoff aber weit hinaus. "Eindrucksvoll" schildere sie im ersten Teil den oft schmerzhaften Prozess des Erinnerns an die von der Familie verdrängte jüdische Herkunft und spätere Vertreibung. Damit habe Kuhn sowohl auf privater als auch öffentlicher Ebene Bemerkenswertes geleistet.
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