Die jahrzehntelange globale Weltvormachtstellung der USA ist unbestritten. Dies macht sie in seltener Einigung diametraler Pole zum Lieblings-Feindbild radikaler Islamisten wie liberal-intellektueller Europäer. Zeit für Uncle Sam, das Szepter an China oder die BRICS-Staaten weiterzugeben? Oder funktioniert die Annäherung etwa genau umgekehrt: Werden wir alle zu Amerikanern? Es stimmt, die USA sind nicht mehr das, was sie einmal waren. Die USA mögen - als Volkswirtschaft - irgendwann im 21. Jahrhundert von China eingeholt werden. Die Militärmaschine der USA mag vieles von ihrer Überlegenheit einbüßen. Jedoch: Die Propheten des amerikanischen Untergangs sind Opfer ihres eigenen Wunschdenkens. Die USA sind im Wandel - sie sind aber nicht im Abstieg.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.11.2013
Mit seiner Analyse beweist der Politikwissenschaftler Anton Pelinka großes Zeitgespür, wie sein rezensierender Kollege Werner Weidenfeld anerkennend konstatiert. Die zentrale These darin ist, dass Europa als ein Produkt amerikanischer Politik dem transatlantischen Riesen immer ähnlicher werde, während man hier dem Irrglauben nachhängt, ganz anders zu sein. Gerade angesichts der aktuellen Überwachungs-Debatte und dem Vertrauensverlust der europäischen Länder gegenüber Amerika, ist ein scharfer Blick auf die transatlantischen Beziehungen nach Ansicht des Rezensenten wichtiger denn je. Pelinkas Erkenntnisse könne man nun auf die derzeitige politische Lage anwenden und sich fragen, ob die USA und Europa nicht sogar vor einem Kulturbruch stünden.
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