Aus dem Spanischen von Dagmar Ploetz. Landlust und Mutterglück - für die namenlose Erzählerin in "Stirb doch, Liebling" erweisen sich diese Vorbedingungen ihres neuen Lebens mit Mann und Sohn in der französischen Provinz als zutiefst verstörend. Sie möchte schon eine gute Mutter, eine liebevolle Gefährtin sein - und stellt doch fest, dass ihr eine gemütliche, fröhliche und sonnenbeschienene Normalität nichts bedeutet.
Mordfantasien, sexuelle Träume und Bilder suchen sie heim, sie irritiert ihren Mann und ihre Freunde, schläft mit dem Nachbarn und hadert gleichzeitig mit ihrer Empfindung, sich weder passend zu verhalten noch passend zu fühlen. Eine emotionale und geistige Achterbahnfahrt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.08.2019
Rezensent Tillmann Severin fehlt der soziologische Blick in Ariana Harwiczs Roman über das Grauen des Landlebens. Der hätte es laut Severin ermöglicht, differenzierter mit dem Thema umzugehen, anstatt, wie es die Autorin macht, von einer schrecklichen Episode zur nächsten zu hetzen. So aber gibt es keinen Bruch im Text, kritisiert Severin, die im Fokus stehende Kleinfamilie ist nur grauenhaft, die dörfliche Depression vollkommen, und der Tod lauert überall. Ein solches "Dauerfeuer des Grauens" empfindet der Rezensent literarisch als Zumutung.
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…