Armin Schäfer, Michael Zürn

Die demokratische Regression

Cover: Die demokratische Regression
Suhrkamp Verlag, Berlin 2021
ISBN 9783518127490
Taschenbuch, 247 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

In der Debatte um den Aufstieg national-autoritärer Parteien dominieren zwei Ansätze: ein ökonomischer, der wachsende Ungleichheit infolge der Globalisierung in den Mittelpunkt stellt, und ein kultureller, der gesellschaftliche Liberalisierungsprozesse in den Blick nimmt. Beide Erklärungen, kritisieren Armin Schäfer und Michael Zürn, seien seltsam politikfrei. Daher fragen sie nach den genuin politischen Ursachen dieser Entwicklung: Wie haben sich die Parteien, wie hat sich ihr Verhältnis zu den Bürgern verändert? Was geschieht, wenn Politik sich als ausführendes Organ von Sachzwängen präsentiert? Wer die autoritären Bewegungen stoppen möchte, so die Autoren, muss am politischen Prozess selbst ansetzen und Willy Brandts Formel "Mehr Demokratie wagen" neu denken.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 22.03.2021

Rezensent Jens Balzer ahnt, dass der demokratische Rückzug nur schwer aufzuhalten ist. Das statistisch fundierte Buch der Politikwissenschaftler Armin Schäfer und Michael Zürn liest er mit Interesse. Die Autoren suchen darin nach einem möglichen politischen Grund für das Erstarken autoritärer, populistischer Strukturen jenseits ökonomischer und kultureller Erklärungsmuster. Dass demokratische Institutionen zugunsten der EU und des IWF schrumpfen und der Einzelne den Eindruck erhält, seiner politischen Teilhabe beraubt zu werden, wie die Autoren herausarbeiten, scheint Balzer einzuleuchten. Der Band bietet keine ultimative Lösung an, macht nur Vorschläge zu mehr Bürgerbeteiligung, erklärt Balzer. Lesenswert findet er das Buch allemal.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 20.03.2021

Dem Rezensenten Jan Pfaff zufolge plädieren der Politikwissenschaftler Armin Schäfer und der Sozialforscher Michael Zürn in diesem Buch gemeinsam dafür, den erstarkenden Populismus mit einer Rückkehr zu mehr Demokratie zu bekämpfen. Nach gründlichen Recherchen haben sie zwei Hauptursachen für die Entfremdung vieler von der Demokratie ausgemacht, so Pfaff: fast ausschließlich mit Akademikern besetzte Parlamente und die Auslagerung von Streitfragen in Institutionen wie internationale Organisationen, die nicht dem Mehrheitsprinzip unterliegen. Wenn an diesen beiden Stellschrauben gedreht wird, könnte das Vertrauen in die Demokratie wieder wachsen, fasst Pfaff die These der Autoren zusammen. Er selbst betont, dass es dafür aber auch "gut informierte und engagierte Bürger" braucht.