Paul Zsolnay Verlag, Wien 2026
ISBN
9783552076198 Gebunden, 304 Seiten, 27,00
EUR
Klappentext
"Unsternstunden der Menschheit" fixiert einige Momente, die unsere Gegenwart formten: Manche davon entgingen dem Radar öffentlicher Aufmerksamkeit. Als Bill Clinton die Section 230 eines Mediengesetzes unterzeichnete, nahm die Welt der Kommunikation einen neuen, fatalen Lauf. Als der Blogger Curtis Yarvin zu veröffentlichen begann, legte er ein Fundament zum Aufstieg Donald Trumps. Als Hans Dichand die "Kronen Zeitung" neu gründete, nahm er die politische Klasse Österreichs in die Geiselhaft der Dumpfheit. Ein Blender namens Sebastian Kurz brachte die konservative Kaste halb Europas um den Verstand. Elon Musk, Viktor Orbán, Peter Thiel und viele andere trugen und tragen zur Verdunkelung der Welt bei. Doch wer sagt, dass aus einer Galerie dunkler Spiegel nicht am Ende neues Licht blitzen kann?
Vieles, aber nicht alles gefällt Rezensent Gerrit ter Horst an diesem Buch. Der Falter-Journalist Armin Thurnher sucht darin nach jenen historischen Momenten, die dafür gesorgt haben, dass unsere Gegenwart unerträglich geworden ist. Bei dieser an Stefan Zweig gemahnenden Unternehmung blickt er, wie der Kritiker amüsiert anmerkt, nicht allzu weit zurück; ein Kapitel blickt zwar auf den Beginn des Siegeszugs neoliberalen Denkens in der Nachkriegszeit, ansonsten geht es jedoch um jüngere Phänomene - Politiker wie Thatcher, Reagan und Blair, und vor allem die Tech-Oligarchen der Gegenwart, von Thiel bis Zuckerberg. Der Rezensent zeigt sich doch etwas irritiert darüber, dass sich diese Untergangserzählung der Demokratie, die Thurnher entwirft, ganz auf Europa und die USA konzentriert, der Rest der Welt kommt nur ganz am Rande vor. Auch, dass Thurnher Merkels migrationsfreundliche Politik in die Untersternstunden einreiht, leuchtet ter Horst nicht ein. Mit der generellen Schlagrichtung dieses "dunkel-leuchtenden" Buches scheint der Rezensent jedoch einverstanden zu sein.
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