Arno Trültzsch beschäftigt sich am Beispiel Jugoslawiens und seiner Aktivitäten in den Vereinten Nationen mit dem Zusammenwirken von Ideologie und Außenpolitik in der Entwicklung des Völkerrechts. Neben der persönlichen Reisediplomatie Titos war die jugoslawische Politik in der Konferenz- und UN Diplomatie verortet - ergänzt um eine dritte Komponente, die bewusst Bezug auf das Völkerrecht nahm. Jugoslawische Rechtsexperten und Diplomaten trugen in vielen Bereichen zur Weiterentwicklung des Völkerrechts bei - so in der Terrorismusproblematik, in den Abrüstungsverhandlungen, bei diversen menschenrechtlichen Resolutionen und Vertragswerken sowie im Völkerstrafrecht. Darüber hinaus benutzte die jugoslawische Diplomatie zusammen mit ihren blockfreien Partnern völkerrechtliche, besonders menschenrechtliche Argumente für gezielte politische Anliegen, wie die Überwindung des Kolonialismus oder die Neuordnung der Weltwirtschaft.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.02.2022
Rezensent Claus Kreß lässt sich von Arno Trültzsch die Völkerrechtspolitik Jugoslawiens unter Tito erläutern. Für Kreß eine echte Horizonterweiterung, da Jugoslawien als blockfreier Staat das Völkerrecht entscheidend mit veränderte, wenngleich mit handfesten eigenen Interessen, wie er feststellt. Wie der Autor die Rolle Jugoslawiens anhand diplomatischer Dokumente herausarbeitet, findet Kreß überzeugend. Schwächen entdeckt er bei der "rechtsbegrifflichen" Differenzierung, für Kreß ein Hinweis auf die enorme Herausforderung des Stoffes an einen Geisteswissenschaftler wie Trültzsch. Ein weiterer Kritikpunkt ist für den Rezensenten die nicht immer sorgfältige Schlussredaktion des Bandes.
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