Arnold Stadler

Irgendwo. Aber am Meer

Roman
Cover: Irgendwo. Aber am Meer
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2023
ISBN 9783100751317
Gebunden, 224 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Ein Schriftsteller reist zu einer Kulturveranstaltung in den Westerwald, wo er an einem "Talk" teilnehmen soll. Aber das "Event" wird zum Fiasko. Befragt, was sein Beitrag zur Energiewende sei, wie er zu Greta Thunberg und den im Mittelmeer ertrinkenden Flüchtlingen stehe, verstrickt er sich in einen hilflosen Antwortversuch. "Das ist ja das reinste weiße Altmännergeschwätz!", schallt es aus dem Publikum. Erholungsbedürftig bricht der "Experte im Nichtwissen", dem die Gegenwart fremd geworden ist, zu einem Sehnsuchtsort seines Lebens auf: ein Haus mit Blick auf die griechische Insel Ithaka. Es wird eine tragikomische Reise durch Erinnerungen, Geschichten und Gedanken, eine Suche nach unserem Platz in der Welt: dem Ort, an dem wir - trotz allem! - glücklich sein können. Irgendwo. Aber am Meer.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 26.06.2023

Mit einem "ziemlich intelligenten Entwurf" haben wir es laut dem Rezensenten Björn Hayer hier zu tun. Nachdem der Protagonist - das Alter-Ego des Autors Arnold Stadler, vermutet Hayer - auf einer Lesung sich vorwerfen lassen muss, ein alter weißer Mann zu sein, beschließt er sich auf eine Reise gen Ithaka zu begeben, anfangs mit suizidalen Gedanken. Bevor er die Insel erreicht, tritt der Protagonist tritt eine Reise ins Innere an, wobei aktuelle politische Themen mit persönlichen Erlebnissen - von Klimakrise bis Identitätsfragen - verbunden werden. Rezensent Hayer lobt, dass Stadler die Krisen nicht beschönigt oder romantisiert, sondern vom Leser eine aktive Beschäftigung mit einer veränderten Welt einfordert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.06.2023

Vergnügt folgt Rezensentin Lerke von Saalfeld den wunderbar wirren Wanderungen Arnold Stadlers und seines Protagonisten, ein alter weißer Mann, der an verschiedenen Stationen zum Nachdenken angeregt wird. Zwischen der Tuttlinger Heimat und der griechischen Insel Lefkada denkt er über Klimaschutz, Greta Thunberg und die homerischen Epen nach, und dies in einer Sprache, die zwischen Ironie und Ernst, zwischen Ausschweifungen und Verknappung changiert und die Kritikerin begeistert - das ist reine Freude an der Sprachkunst, schließt sie, da braucht es gar keinen Plot.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 17.04.2023

Der Schriftsteller-Erzähler in Arnold Stadlers neuem Roman hat gerade eine völlig in den Sand gesetzte Lesung hinter sich, statt Literatur geht es dem Publikum vielmehr um Klimafragen, da flieht er auf eine griechische Insel, erklärt Rezensent Martin Oehlen sichtlich begeistert. Dort will er an einem neuen Buch schreiben, schweift aber immer wieder zu Gedanken um die ungleichen gesellschaftlichen Verhältnisse ab, was Oehlen sehr an den Autor selbst erinnert, von dem er diese Überlegungen schon kennt und auch hier gerne wieder liest. Ihm gefällt, wie Stadler Schmerz und Frust in schöne Sprache transformiert und trotzdem Optimist bleibt, schließt er.