Aus dem argentinischen Spanisch von Johanna Schwering . "Wir waren nicht gewöhnlich, um nicht zu sagen, nicht normal." Yunas Kindheit ist alles andere als einfach. Zu Hause ist das Geld knapp, die alleinerziehende Mutter streng und lieblos, die schwer behinderte Schwester eine Belastung. Und wegen einer Lernschwäche wird Yuna als einfältig abgestempelt. Dabei hat sie über ihre Umwelt viel zu sagen - und findet in der Malerei schließlich Ausdrucksmöglichkeit und Anerkennung. Doch lüsterne Männer bringen Unheil in die Familie und bedrohen Yunas Freundschaft mit ihren Cousinen. Unverblümt erzählt Yuna von ihrer Jugend im argentinischen La Plata der 1940er-Jahre und der sie umgebenden brutalen Realität. Mit 85 Jahren hat Aurora Venturini einen originellen Coming-of-Age-Roman geschrieben, der nun endlich auch international entdeckt wird.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 14.01.2023
Von einer ganz besonderen Autorin berichtet Dina Netz da: Aurora Venturini hat 2007 im Alter von 85 Jahren "Die Cousinen" veröffentlicht und damit einen wichtigen argentinischen Literaturpreis gewonnen. Nun ist diese Geschichte einer ziemlich lieb- und emotionslosen Familie in den 1940er-Jahren auch auf Deutsch erschienen. Die junge Yuna versucht, der strengen und düsteren Atmosphäre mit der Malerei zu entkommen, beschreibt die Kritikerin, doch an der Kunsthochschule erwarten sie schon die nächsten Probleme. Das alles schreibe Venturini in einer, wie das Nachwort betone, radikalen, eigenwilligen Sprache, die diese Geschichte zu den Möglichkeiten, engen Lebensbedingungen zu entkommen, für Netz absolut empfehlenswert macht.
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