Aus dem argentinischen Spanisch von Johanna Schwering. Chela ist eine Vagabundin in der eigenen Familie. Als Kind erfindet sie sich eine magische Welt, bevölkert von Katzen und Eidechsen, als Jugendliche rettet sie die Lektüre von Rilke, Gide, Wilde, Rimbaud vor den Erwachsenen. Sie ist hochbegabt und nicht zu bändigen. Die Klosterschule erweist sich als völlig falsche Entscheidung. Empört reißt Chela aus. Ihr Weg als Künstlerin beginnt, er führt sie nach Chile, Paris, Rom, Sizilien und auf die Osterinsel. Auf der Flucht vor einer Familie von Monstern, die Schildkröte Bertha in der Handtasche stets mit dabei.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.02.2024
Eine interessante Biografie hat Aurora Venturini, deren Roman "Wir, die Familie Caserta" Rezensent Josef Oehrlein bespricht: Erst mit 85 Jahren ist sie in ihrer Heimat Argentinien bekannt geworden, in Deutschland steht der große Durchbruch noch aus. Vielleicht ändert sich das jetzt mit diesem Familienroman, hofft Oehrlein. Im Mittelpunkt steht die "autistisch veranlagte Icherzählerin" Chela, die wahnsinnig klug ist, aber auch ziemlich eigensinnig. Besonders die Passagen, in denen Chela ihre sizilianische Großtante besucht und sich in eine Frau verliebt, stechen für den Kritiker mit ihrem "ebenso lakonischen wie phasenweise schwärmerischen" Tonfall hervor. Die Übersetzung weist zwar ein paar Fehler auf, räumt er ein, ist aber dennoch ein Gewinn für das deutsche Lesepublikum.
Für Rezensentin Meike Feßmann ist die argentinische Schriftstellerin Aurora Venturini die großartige Entdeckung einer rebellischen Stimme. Wie Venturini in ihrem Roman von 1992 über Leben und Leiden einer mit Tieren und Magie kommunizierenden Hochbegabten erzählt, findet Feßmann stark. Mit viel Sinn für seelische Verletzungen schreibt Venturini einen finster-prachtvollen Familienroman, erzählt von Liebe und Okkultem und zeigt nebenbei, dass die Ästhetik des Bösen nicht nur Männersache war und ist, freut sich Feßmann.
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