A.G. Grauwacke, eine Gruppe von fünf Autoren, berichtet aus 23 Jahren autonomer Politik (1980-2003). Keine Szene-Broschüre und keine Diplom-Arbeit, sondern der Versuch, der kollektiven Geschichtsarbeit auf die Sprünge zu helfen. Warum wurden und werden Häuser besetzt? Wie fühlst du dich beim Werfen eines Mollis? Gab es die Globalisierungsbewegung schon 1988? Waren die 90er verwirrt? Gibt es heute überhaupt (noch) Autonome? Wie soll?s weitergehen?
Sarah Schmidt ist begeistert - endlich ein Buch über die Autonomenbewegung, das über die üblichen trocken-sozialwissenschaftlichen Beiträge zum Thema hinaus gehe. Fünf Freunde erinnern sich hier in aller Ausführlichkeit (auf 400 Seiten und in über 300 Bildern), was natürlich mit einer explizit subjektiven Sichtweise einher gehe, deswegen aber nicht weniger lesenswert sei. Von den großen, bekannten Ereignissen bis zu kleinen subjektiven Anekdötchen sei in diesem Buch alles Mögliche zu finden, zudem geistreich, selbstironisch und ohne jede nachträgliche Verklärung geschrieben. Lobende Erwähnung finden zudem der Glossar zur "Autonomensprache" sowie die zum Buchprojekt gehörende Internetseite.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 12.09.2003
"Aktivisten der ersten Stunde" nehmen die Geschichtsschreibung der eigenen Bewegung selbst in die Hand, bevor es die Retrokultur für sie tut - gut so, meint Gottfried Oy, der seinerseits die heterogene autonome Bewegung von 1980 bis heute kurz umreißt: Hausbesetzungen, Teilnahme an und Abgrenzung von der Friedensbewegung, Militanz, "solidarische Organisierung des Alltags", Dominanz von "hegemonialen Männlichkeitsbildern". Während die Historisierung gelungen scheint, bedauert Oy den Verzicht der Autoren "auf theoretische Reflexion". So werde die ursprüngliche Vorstellung von Autonomie nur vage auf ihre aktuelle Gültigkeit befragt, und die "Philosophie der Praxis", mit der gerade Autonome schon vor den PC-Debatten Themen wie Rassismus und Antifeminismus verhandelt haben, komme zu kurz.
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