Alice Schwarzer (Hg.)

Der Schock - die Silvesternacht in Köln

Mit Beiträgen von Rita Breuer, Kamel Daoud, Alexandra Eul,Marieme Hélie- Lucas, Necla Kelek, Florian Klenk, Alice Schwarzer, Bassam Tibi
Cover: Der Schock - die Silvesternacht in Köln
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2016
ISBN 9783462049992
Kartoniert, 144 Seiten, 7,99 EUR

Klappentext

Das Buch zu der Nacht, die Deutschland und die ganze Welt bewegt Köln ist zur Chiffre geworden für einen Kulturschock. Die ganze Welt fragt sich: Was geschah wirklich in der Silvesternacht? Alice Schwarzer hat die zehn Stunden, in denen der Bahnhofsplatz ein rechtsfreier Raum war, minutiös recherchiert. Sie analysiert, wie es dazu kommen konnte, und spannt den Bogen vom Bahnhofsplatz in Köln über den Tahrir-Platz in Kairo bis hin zum Iran Khomeinis. Sie kritisiert die falsche Toleranz mit dem politisierten Islam. Alexandra Eul recherchierte die Folgen für die Frauen. Von einem "Tahrir-Platz in Köln" sprechen auch zwei AlgerierInnen: der Schriftsteller Kamel Daoud und die Soziologin Marieme Hélie-Lucas. Die Deutschtürkin Necla Kelek fordert eine Reform des islamischen Familienrechts. Die Islamwissenschaftlerin Rita Breuer analysiert die fatale Rolle des "Zentralrats der Muslime" bei der Verbreitung des Scharia-Islams. Und der Deutsch-Syrer Bassam Tibi erklärt die wahren Gründe für den Syrien-Konflikt: Warum Bomben sinnlos sind.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.05.2016

Rezensent Andreas Rossmann geht hart ins Gericht mit der Herausgeberin Alice Schwarzer. Schwarzers Comeback als Kassandra sieht er mit gemischten Gefühlen. Einerseits begrüßt er die differenzierten Beiträge im Band von Necla Kelek, Bassam Tibi und Kamel Daoud. Andererseits scheint ihm Schwarzer, die selbst vier der elf Beiträge beisteuert (von denen nur einer neu ist), viel zu ungenau bei der Quellenauswertung und mit der Begrifflichkeit: für sie sind die Täter allesamt "Scharia-Muslime". Doch Beweise für einen muslimischen oder gar islamistischen Hintergrund der Täter aber, so gibt Rossmann zu bedenken, gibt es nicht, auch nicht von Schwarzer. Der selbstgenügsame Ton ihrer Formulierungen vergrätzt den Rezensenten zusätzlich.

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