Aus dem Chinesischen von Martin Winter, Yin Yan und Günther Klotz. Liu Xiaobo sitzt in einem Gefängnis 500 Kilometer von seinem Zuhause in Peking entfernt. Der chinesische Dissident und Präsident des PEN-Clubs unabhängiger Schriftsteller in China wurde verurteilt zu elf Jahren Haft: Der Vorwurf: Untergrabung der Staatsgewalt. Am 10. Dezember erhielt er den Friedensnobelpreis. Sein Freund, der Schriftsteller und Dissident Bei Ling, gründete mit ihm den PEN-Club in China. Auch er wurde von den chinesischen Sicherheitsbehörden verhaftet und ins Gefängnis gesteckt. Bei Ling wurde freigelassen, weil sich namhafte Schriftstellerkollegen wie Günther Grass oder Susan Sontag für ihn einsetzen. Jetzt schreibt er die ganz persönliche Biografie von Liu Xiaobo und den gemeinsamen Kampf gegen das übermächtige Regime.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.12.2010
Seit mittlerweile drei Jahren sitzt der chinesische Autor Liu Xiaobo im Gefängnis, seit ihm im Oktober der Friedensnobelpreis verliehen wurde, ist er total isoliert. Wer Liu Xiaobo ist, was ihn zu dem unnachgiebigen Dissidenten gemacht hat, den das chinesische Regime so hasst, das hat Rezensent Alex Rühle in dieser "tiefenscharfen" und offensichtlich sehr bewegenden Biografie nachlesen können. Geschrieben hat sie der in Taiwan und Boston im Exil lebende Dichter Bei Ling, der Liu Xiabo seit 1986 kennt, als dieser in einem recht angriffslustigen Vortrag in Peking die gesamte zeitgenössische Literatur als konformistisch geißelte. Das war ganz nach dem Geschmack des Untergrundpoeten Bei Ling! Herzstück des Buches ist für Rühle natürlich die Schilderung von Liu Xiaobos Rolle bei den Protesten vom Tienanmen, nach deren Niederschlagung er als einer der Anführer verhaftet wurde. Nach eineinhalb Jahren Kerker unterschrieb er ein furchtbares Schuldbekenntnis, das ihn für lange Zeit mit Scham erfüllte, wie Rühle mit geradezu stockendem Atem schreibt: "ein schwarzer Quell am Grund seiner Seele". So versteht der Rezensent Lius späteres Leben, sein ganzes Engagement, seine Unerbittlichkeit gegenüber den Machthabern, die ihn immer wieder ins Gefängnis oder ins Umerziehungslager (zum Bohnensortieren) brachte, auch als eine Art "permanente Abbitte".
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