Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.10.2002
Einfühlsam und respektvoll nähert sich Reinhard Olt dem "mitunter sehr persönlich gehaltenen Buch" der österreichischen Außenministerin. Diese widmet sich besonders den Reaktionen auf die Regierungsübernahme der ÖVP/FPÖ-Regierung in Österreich. Erhellend findet Olt die vor dem Hintergrund der EU-Sanktionen "persönlich eingefärbten, unmittelbaren Einblicke in Interessenssphären und Nachbarschaftsverhältnisse". Ebenso die Analysen der Auswirkungen auf den EU-Erweiterungsprozess oder die Ausleuchtung der von der Autorin als "Torheit der Regierenden" genannten Behandlung Österreichs als einen europäischen Sündenfall sind für den Rezensenten der Beweis für eine "plastische und detailreiche" Veranschaulichung der österreichischen Lage. Er kann sich auch den Hinweis auf die "Antifaschismus-Keule" der deutschen rot-grünen Regierung nicht verkneifen, mit dem er deutlich Position bezieht und der Autorin aufgrund ihres "unermüdlichen Engagements und ihre Haltung" steigende Sympathiewerte in der österreichischen Bevölkerung prophezeit. Ein flüssiges, "mitunter sogar spannend zu lesendes Buch", in dem die einstige Büro-Chefin des vormaligen UN-Generalsekretärs Boutros-Ghali die Wiener Position bekräftigt, und sich für eine Stärkung der europäischen Zusammenarbeit einsetzt, so Olt.
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