Benjamin Constant

Adolphe

Roman
Cover: Adolphe
Matthes und Seitz, Berlin 2020
ISBN 9783957578419
Gebunden, 176 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Erich Wolfgang Skwara. Ein junger Adliger mit besten Aussichten erobert aus einer Laune heraus die Geliebte eines anderen, Elléonore, wie eine Trophäe. Doch statt einer flüchtigen Liebschaft entwickelt sich eine Bindung, die den Protagonisten zu erdrücken droht. Adolphe ist ein beklemmendes Kammerspiel über eine selbst gewählte Abhängigkeit, aus der es keinen Ausweg zu geben scheint. Die Flucht aus der Enge der Gesellschaft führt in eine noch engere Isolation: Die Zweisamkeit wird zum Gefängnis, die Nähe zur Fessel. Adolphe erfährt die erste große Liebe als Strudel, der ihn von seinem vorgezeichneten Pfad zerrt und eine Rückkehr in geregelte Bahnen unmöglich macht, sodass er sich in tiefe Verzweiflung und Elléonore ins Verderben stürzt.
Zu Beginn des Jahres 1807 notierte Benjamin Constant in seinem Tagebuch: "Ich werde einen Roman schreiben, der meine eigene Geschichte ist." Bereits fünfzehn Tage später ist ein Klassiker geboren: zeitlos durch die erschütternde Authentizität des Selbsterlittenen, doch in seinem Zwang zur Selbstbeobachtung geradezu aktuell. Eine Geschichte über die Zwänge der Liebe und die Schuld, die man auf sich lädt, wenn die Liebe endet.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.11.2020

Rezensent Niklas Bender bedauert ein wenig, dass Erich Wolfgangs Skwaras Neuübersetzung von Benjamin Constants "Adolphe" ohne Informationen zu Autor und Werk erscheint. Die liefert uns dafür der Kritiker: Für den liberalen Politiker, Philosophen und Schriftsteller Constant blieb der 1816 erstmals veröffentlichte Roman das einzige Werk von Bedeutung, einer der "großen Texte" der europäischen Romantik, wie Bender hinzufügt. Erzählt wird die Geschichte des jungen Adolphe, der auf dem Weg seiner Lehrjahre in einer deutschen Kleinstadt eine Affäre mit einer jungen Gräfin beginnt, die für ihn Lebensgefährten und Kinder verlässt, was Adolphe bald beengt, resümiert der Rezensent. Wie schonungslos Constant seine Figuren in diesem autobiografisch geprägten Roman seziert, findet Bender immer wieder lesenswert. Allerdings muss er gestehen, dass Skwaras Neuübertragung nicht ganz an die Übersetzung von Eva Rechel-Mertens aus dem Jahr 1970 heranreicht. Dafür stören ihn die wenn auch wenigen "Schnitzer"doch zu sehr.

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