Aus dem Englischen von Hainer Kober. Was ist Heimat und wozu brauchen wir und die meisten der Tiere sie? Warum ziehen Vögel alljährlich aus heißeren Regionen in kältere und wieder zurück? Warum laichen Fische an dem Ort ihrer Geburt, und gefährden ihr Leben, um dorthin zurückzukehren? Wie orientieren sich Vögel, Insekten und Säugetiere auf ihren regelmäßigen Routen? Und warum ist es auch einer der umtriebigsten aller Spezies, dem Menschen, so ein tiefes Bedürfnis, eine Heimat, ein Zuhause zu haben? Welcher biologische Sinn liegt dieser einmaligen Anziehungskraft eines bestimmten Ortes zugrunde? Auf der Suche nach Antworten auf diese und viele andere Fragen, folgt der Biologe Bernd Heinrich den Kanadakranichen nach Alaska und den Aalen auf ihrer geheimnisvollen großen Reise in die Sargassosee. Er beschreibt verschiedene Typen von Bauten im Tierreich, erforscht die Geschichte seines eigenen Hauses in Maine, in das er seit seiner Jugend alljährlich wiederkehrt und verbindet so Naturwissenschaft mit persönlicher Erzählung.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.08.2017
Dass Nature-Writing aktuelle, gesellschaftlich relevante Themen behandeln kann, lernt Rezensent Jürgen Brôcan bei Bernd Heinrich. Der Naturforscher aus Maine mit Faible für Raben und Jahreszeiten bietet dem Rezensenten eine spannende wie anschauliche Perspektive auf die Themen Wanderung und Heimat. Mit zahlreichen Beispielen aus dem Tierreich erinnert er Brôcan an menschliche Lebensgrundlagen und den Zusammenhang der kleinen Dinge.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.03.2017
Thomas Weber lernt beim amerikanischen Biologen Bernd Heinrich Aufschlussreiches über die Fähigkeit der Tiere, sich einen Heimatort zu suchen, ihn zu erkennen und dahin zurückzukehren. Dass der Autor weniger die Wanderungen der Tiere, wie der Titel den Rezensenten vermuten lässt, als ihren Orientierungssinn mittels Sonne, Sternen und Gerüchen sowie das Heim der Tiere als Artefakt und die Ortsbindung in den Blick nimmt, kann Weber verkraften. Auch über die prähistorische Ausbreitung des Menschen erfährt Weber aus dem Buch. Die persönlichen Erfahrungen Heinrichs in den Wäldern Neuenglands, aufgeschrieben in der Tradition des nature writing, haben Weber besonders gut gefallen, zumal der Autor, wie er schreibt, nie der Versuchung erliegt, seine Gedanken zu Wanderung, Heim und Flucht mit aktueller Politik zu versetzen.
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