In den 120 Jahren seit seiner Erfindung hat das Automobil unser Leben gründlich verändert. Ob stinkende Benzinkutsche oder Statussymbol, ob Kraft-durch-Freude-Wagen oder High-Tech-Gefährt, ob umstrittene Erfindung oder Inbegriff des Wirtschaftswunders - die Deutschen haben zu jeder Zeit ein besonderes Verhältnis zum Automobil gehabt. Heute ist der Besitz eines Autos kein Privileg mehr, aber das Auto ist trotzdem kein beliebiger Allerweltsartikel geworden. Noch immer lassen sich Status, Reichtum oder Individualität mit dem richtigen Gefährt bestens ausdrücken und noch immer misst sich am Erfolg der deutschen Automobilindustrie das Selbstbewusstsein einer ganzen Nation. Zu den Tabus der Gesellschaftspolitik gehört weiterhin die freie Fahrt auf Autobahnen, obwohl auf den meisten Strecken längst ein Tempolimit gilt, und wie leidenschaftlich das Verhältnis zum Auto hierzulande noch immer ist, lässt sich täglich aufs Neue auf deutschen Straßen erfahren.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.11.2007
Zufrieden zeigt sich Rezensent Andreas Zielcke mit dieser Geschichte des Autos. Auch wenn es wahrlich nicht die erste ist, scheint ihm Gutberlets Arbeit recht aufschlussreich. Eingehend rekapituliert Zielcke die Anfänge der technischen Entwicklung des Autos in Deutschland, berichtet über die Popularisierung und Vermarktung in Frankreich, über die Inszenierung des Autos und die Erschaffung eines Images sowie über den ersten Massenmarkt in den USA. Zwar scheint ihm die Erzählweise des Autors ein wenig "episodisch". Dennoch macht er in seinen Augen deutlich, wie stark dieses moderne Konsumgut unsere Lebenswelt verändert hat.
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