Bernward Gesang

Mit kühlem Kopf

Über den Nutzen der Philosophie für die Klimadebatte
Cover: Mit kühlem Kopf
Carl Hanser Verlag, München 2020
ISBN 9783446267732
Gebunden, 272 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Verzicht und Verbote? Oder Verantwortung und Solidarität? - Die philosophischen Fragen der Klimadebatte fundiert beantwortet. Wollen wir die Erwärmung der Atmosphäre aufhalten, müssen wir unsere Art zu leben verändern, aber kommen wir wirklich nur zum Ziel, wenn wir unsere Emissionen sofort umstellen? Damit stellen sich grundsätzliche Fragen. Warum sollen wir auf Freiheiten verzichten? Was bedeutet soziale Gerechtigkeit angesichts des Klimawandels? Brauchen wir Wirtschaftswachstum? Warum reden wir nicht über Bevölkerungspolitik? Wirken Anreize nicht besser als Verbote? Bernward Gesang greift als Philosoph in die Klimadebatte ein und zeigt, dass wir endlich über unsere räumlichen und zeitlichen Horizonte hinaus denken müssen. Dabei kommen Irrtümer und Widersprüche ans Licht, die echte Veränderungen verhindern.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.12.2020

Rezensent Uwe Justus Wenzel erkennt mit Bernward Gesangs Buch zur Klimakrise den Nutzen der Philosophie und einer "angewandten Ethik". Nützlich scheint ihm vor allem das Zielen auf Kompromisse, von dem Gesang berichtet, und die Forderung nach einem sinnvolleren Einsatz von Geldmitteln in Sachen Klimaverbesserung. Der Autor argumentiert anschaulich und auch für Laien verständlich, versichert Wenzel. Leicht plakative (auf Fantasy und Storytelling setzende) Aufforderungen zur Motivation im Buch steckt Wenzel kopfschüttelnd weg.
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Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 14.12.2020

Wie der Einzelne einfach und effizient zur Klimawende beitragen? Diese Frage stellt und beantwortet Bernward Gesang in seinem Buch "Mit kühlem Kopf", wie Rezensentin Simone Miller berichtet. Die Prämisse des Autors: Die Klimakrise in ihren gigantischen Dimensionen lähmt und überfordert uns. Und die Probleme der Klimaerwärmung und der Umweltzerstörung können nur nacheinander gelöst werden, wobei sich die Klimawende durchaus mit globalem Wachstum kombinieren lässt. Dieser Ansatz, so Miller ist vom Utilitarismus beeinflusst und fokussiert das Individuum als Akteur, weswegen Gesangs Empfehlung denn auch lautet: Spenden statt verzichten, da hier das Kosten-Nutzen-Verhältnis am vorteilhaftesten sei. Etwas unklar ist der Rezensentin, wie sich dieser individualethische Ansatz mit Gesangs Äußerung verbinden lässt, dass die Klimakatastrophe im Endeffekt nur politisch bewältigt werden könne. Dass Miller auch ganz grundsätzlich nicht mit Gesangs Thesen übereinstimmt, können wir nur ahnen. Eindeutig beachtenswert findet sie allerdings Gesangs Vorschläge zu institutionellen Änderungen wie zum Beispiel die Einführung von Zukunftsanwälten.