Aus dem Niederländischen von Rolf Erdorf. In diesem Gedichtband geht es um ein zentrales Thema: den Tod. Wir begegnen Toten in den unterschiedlichsten Formen: einer Oma, einem Schiffsjungen, einer Mutter, einer Katze, einem Hund, einem Mitschüler, einem ungeborenen Kind, einem unangenehmen Ehemann ... Dabei reicht die Spannweite von tieftraurigen Abschiedsgedichten über Grabinschriften bis hin zu Gedichten über Begräbnisrituale und
verschiedene Arten des Trauerns in anderen Kulturen. Das Buch beschönigt nichts, Trauer, Angst, Aufbegehren und Resignation werden deutlich benannt. Trotzdem ist es nicht zuletzt durch den Humor der Dichterin und die opulenten, facettenreichen Bilder der Illustratorin keineswegs deprimierend oder makaber. Der Tod wird mitten ins Leben geholt und gerade darin liegt auch etwas Tröstliches.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2016
Rezensentin Eva-Maria Magel staunt, wie souverän Bette Westera und die Zeichnerin Sylvia Weve in ihrem Buch den Tod begrüßen. Ein Buch mit Gedichten über das Sterben und den Tod und den Umgang damit, findet Magel schon außergewöhnlich. Zumal, wenn es so gekonnt auch der Ratlosigkeit, der Trauer oder auch der Wut Raum lässt, meint sie. Was gibt es zu lernen? Etwa, dass Floskeln nicht gut taugen, wenn jemand gestorben ist, erklärt die Rezensentin, oder wie sich offener und weicher werden lässt fürs Trauern und den Trost. Wenig erfährt Magel dagegen leider über christliche Symbole und Gebräuche des Trauerns. Bei allem Ernst und aller Traurigkeit in den Texten erinnert die prachtvolle Aufmachung des im niederländischen Original vor drei Jahren erschienenen Bandes die Rezensentin daran, dass die Autorinnen vor allem das Leben feiern wollen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.10.2016
Rezensentin Stephanie Jaeckel hat selten so klug und poetisch über den Tod gelesen wie bei Bette Westera. Den "famos" übersetzten Band mit den Bildern von Sylvia Weve kann sie auch Kindern nur ans Herz legen. Mit den Gedichten, findet sie, lässt sich lernen, mit dem Tod umzugehen, mit Trauer und Sterben. Wie die Illustrationen die immer neuen Anläufe der Autorin, die Sprachlosigkeit angesichts des Todes zu überwinden, ergänzen, scheint Jaeckel meisterhaft. Von einem Tod zum andern, von der Totenklage eines Kindes mit verstörender Wucht zu Liebe und Dankbarkeit führt sie der Reigen.
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