Aus dem Serbischen von Brigitte Döbert. Der große serbische Erzähler erinnert sich an seine prägenden Jahre in Agram, wie Zagreb früher hieß. Dabei geht der Autor diesmal zurück an den Anfang seiner Welt und versetzt sich mit einer schwebend reflektierenden Sprache in die Denkweise eines Kleinkindes, um staunend die Rätsel des Lebens zu enthüllen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.04.2012
Vor seinem achtzigsten Geburtstag hat der in Berlin lebende serbische Schriftsteller Bora Cosic noch einmal eine große Energie entwickelt und, bei verschiedenen Verlagen, gleich zwei Erinnerungsbände herausgebracht, die Jörg Plath mit viel Sympathie gelesen hat. In der "Kurzen Kindheit in Agram" blickt Cosic auf seine frühen Jahren in Zagreb zurück, eine Zeit ohne Bewegung und die Fähigkeit zu lesen, dominiert von Dingen. Im Hotel Majestic lässt Cosic die große Zeit der Belgrader Surrealisten wiederaufleben, in deren Kreisen er gelebt und gearbeitet hat, und von denen er, wie Plath meint, seinen "freundlichen Anarchismus" gelernt hat.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 01.12.2011
Karl-Markus Gauß empfiehlt wärmstens diesen Roman des 1932 in Zagreb geborenen Bora Cosic, um einen europäischen Erzähler "von Rang" kennen zu lernen. Der Autor verknüpft darin seine eigene frühe Kindheit mit dem Porträt der Stadt, deren alter, habsburgischer Name Agram lautet, und es gelingt ihm, sich in die Perspektive des Kindes zurückzuversetzen, ohne in "falsche Unmittelbarkeit" zu geraten, lobt der Rezensent. Er liest fasziniert von der Macht der Dinge, die das Kleinkind ängstigt und beeindruckt und die erst durch die nebenbei erworbene Lesefähigkeit gebrochen wird. Natürlich entgeht den Lesern, die Miroslav Krlezas Erinnerungsbuch "Kindheit in Agram" von1942 nicht kennen, so manche feine Anspielung, mit der Cosic darauf Bezug nimmt, stellt Gauß klar. Das mindert aber den Genuss dieses "bezaubernden" Buchs überhaupt nicht, versichert der Rezensent.
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