Boris Poplawski

Apoll Besobrasow

Cover: Apoll Besobrasow
Guggolz Verlag, Berlin 2019
ISBN 9783945370193
Gebunden, 300 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Russischen von Olga Radetzkaja. Der Roman "Apoll Besobrasow" erzählt in gleißenden Bildern von einigen entwurzelten jungen Menschen - meist russischen Emigranten -, die sich torkelnd und tanzend durch Paris treiben lassen und der Kunstwerdung ihres eigenen Lebens widmen. Der Ich-Erzähler Wassili lernt den geheimnisumwitterten Apoll Besobrasow kennen, der voller Widersprüche, aber auch von enormer Anziehungskraft für ihn ist. Beide sind verlorene Existenzen, die nach Schönheit und Aufrichtigkeit streben, beide schlagen sich durch und deuten ihre Zukunftslosigkeit zu Freiheit um. Russland gehört der Vergangenheit an, Frankreich bleibt ihnen fremd - die Nichtzugehörigkeit des Dazwischen versetzt den Roman in einen ambivalenten Schwebezustand. Doch die selbstgewählte Isolation treibt giftige Blüten, auf die Euphorie der Freiheit droht ein tiefer Absturz zu folgen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 30.11.2019

Nach dieser Lektüre verspürt Judith Leister "metaphysischen Durst" nach mehr aus der Feder von Boris Poplawski. Die auf Poplawskis eigenen Erfahrungen beruhende Geschichte russischer Emigranten im Paris der zwanziger Jahre findet sie "funkensprühend", von "hypnotischem" Stil und voller Symbolismen und surrealistischen Fantastereien. Als Abrechnung mit den Okkultisten unter den Symbolisten wie auch als Synthese zwischen Schauerroman und Gothic lässt sich das Buch laut Leister lesen. Poplawskis "sprachliche Epiphanien" schwirren ihr lange im Kopf herum.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 04.05.2019

Eigentlich kann Rezensent Stephan Wackwitz keine nennenswerte Handlung des Romans "Apoll Besobrasow" zusammenfassen, aber er hält das Buch, das der russische Exilautor Boris Poplawski in den 1920ern in Paris geschrieben hat, dennoch für unschätzbar wertvoll: Es vergegenwärtigt seiner Meinung nach in jeder seiner fantasievollen Beschreibungen der Stadt und des verarmten Künstlerlebens die Suche der Surrealisten nach einer Offenbarung in den profanen Dingen. Die Imaginationskraft des Autors findet der zutiefst beeindruckte Kritiker fast schon "schockierend" und er lobt die Arbeit der Übersetzerin Ola Radetzkaja, die dieses hohe "ästhetische Niveau" in seinen Augen auch im Deutschen erhalten hat.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2019

Katharina Teutsch freut sich über die deutsche Übersetzung von Boris Poplawskis Exilantenroman. Schillernd zwischen Symbolismus und Surrealismus scheint ihr der Text über russische Exilanten in Paris vor allem von seiner fiebrigen Atmosphäre zu leben. Wenn der Autor seinen zwischen Armut und Exzentrik dahindämmernden Figuren durch die Stadt folgt, fühlt sich Teutsch allerdings auch an das Schicksal heutiger Heimatloser gemahnt. Paris als Handlungsort erscheint der Rezensentin als Delirium der Farben, Gerüche und Geräusche.
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