Aus dem Französischen von Frank Heibert. Ein wohlhabender Dandy namens Colin erobert die schöne, zarte Chloé. Die beiden entflammen und erliegen einander, versprechen sich ewige Liebe und Treue, und wenn sie dann nicht alle gestorben wären? Frank Heibert erzählt diesen Klassiker der französischen Literatur, bislang bekannt unter dem Titel "Der Schaum der Tage", als modernes Märchen.
Auf das surreal-verspielte Szenario, in dem Mäuse tanzen und die Sonne von allen Seiten zugleich scheint, wo Aale in Wasserleitungen wohnen und zerbrochene Fensterscheiben wieder nachwachsen, legt sich schon bald ein Schatten. Chloé erkrankt an einem Lotos, der in ihrer Lunge wächst und ihr den Atem raubt. Das junge Glück ist bedroht, die Sonne zieht sich zurück, die Welt wird eng und enger. Unversehens kippt der absurde Liebesroman ins Tragische.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.11.2017
Joseph Hanimann kennt diesen leicht daherkommenden, aber schwer zu übersetzenden Text von Boris Vian gut. Die alte Übersetzung von Antje Pehnt kann er immer noch empfehlen. Die neue von Frank Heibert allerdings auch, denn Heibert gelingt es laut Rezensent, dem surrealistischen Liebesroman seine untergründig dunklen Töne zurückzugeben. Neu scheinen ihm der schmissige Ton und die guten Einfälle, mit denen der Übersetzer Vians halsbrecherischen Assoziationen nachvollzieht. Geschickt findet er, wie Heibert improvisiert und zugleich einer eigenen Logik folgt, sodass der Text nicht ins Beliebige kippt.
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