Aus dem Französischen von Regina Keil-Sagawe. Yasmina Khadra erzählt seine Version der Lebensgeschichte des Muammar al-Gaddafi, in der historische Fakten und Fiktion miteinander verwoben sind. Khadra zeichnet das Bild eines größenwahnsinnigen, aber charismatischen Herrschers, der am Ende seines Lebens vor den Trümmern eines Landes steht, das er einst aus der verrotteten libyschen Monarchie befreit hatte. Es ist das Ausloten einer umstrittenen Persönlichkeit und zugleich ein Buch, das uns an die Grenzen unseres Demokratiebegriffs führt. Und dass mit seinem Sturz alles andere als Ruhe im Land eingekehrt ist, beweisen uns tagtäglich die Flüchtlingsströme und der Terror konkurrierender Milizen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.11.2015
Den algerischen Schriftsteller Yasmina Khadra kennt Joseph Hanimann bereits aus früheren Werken als Spezialisten für "fesselnde Situationsschilderungen" und tiefe Einblicke ins Bewusstsein seiner Figuren. Die Mischung aus Faktizität und Fiktion, mit der Khadra nun über die letzten Stunden des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi schreibt, hat dem Kritiker offenbar gut gefallen, das Buch sei zudem spannend geschrieben. Hanimann hebt dabei hervor, dass es dem Autor "weder um Ehrenrettung noch um Diabolisierung" Gaddafis gehe, sondern um den Versuch zu rekonstruieren, was wohl im Kopf des geflohenen Staatschefs vorgegangen sein möge. Weniger überzeugt ist Hanimann von den "lose hineinfantasierten Zusatzmotiven" wie einer unglücklichen Jugendliebe. Mit der flüssigen Übersetzung durch Regina Keil-Sagawe ist der Rezensent voll einverstanden.
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Jana Hensel: Es war einmal ein Land In ihrem neuen Buch erzählt die Bestsellerautorin Jana Hensel vom Ende eines großen Traums. Denn das, was vor über 35 Jahren als Aufbruch in eine neue Ära begann, wird nun… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Norbert Gstrein: Im ersten Licht Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes…