Charlotte Wiedemann

Der lange Abschied von der weißen Dominanz

Cover: Der lange Abschied von der weißen Dominanz
dtv, München 2019
ISBN 9783423282055
Gebunden, 288 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Was bedeutet Deutsch-Sein, was Europäer-Sein in einer Zeit, da die Weltordnung immer weniger vom Westen und von einer weißen Minderheit bestimmt wird? Die Herausforderungen der Einwanderungsgesellschaft und die weltweiten Veränderungen haben ein gemeinsames Gesicht: Europa muss einen Statusverlust verkraften. Das Ende weißer Dominanz bedeutet: Der Westen kann anderen seine Definitionen von Fortschritt, Entwicklung oder Feminismus nicht länger aufdrängen. Dem Leben in Pluralität muss ein Denken in Pluralität folgen. Von den Ängsten, die in dieser Umbruchphase entstehen, profitieren die Rechten. Doch uns zu verändern, wird befreiend sein. Wir stehen an einer Zeitenwende. Dieses Buch ermuntert dazu, uns in der Welt neu zu verorten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.01.2020

Rezensentin Meredith Haaf rechnet es der Autorin Charlotte Wiedemann hoch an, dass sie sich in ihrer Neuerscheinung "Der lange Abschied von der weißen Dominanz" an das komplexe Thema "weißer Dominanz" heranwagt. Mit großer Sorgfalt arbeitet sich Wiedemann von den Sechzigerjahren bis zur Gegenwart ab und bereitet den Diskurs und seine Fragen "überraschend" und "aufschlussreich" auf, findet Haaf. Wie sich diskriminierende und rassistische Gesellschaften von ihren Machtverhältnissen lösen können, ohne dabei ihre Demokratiefähigkeit aufzugeben, ist eine der Fragen, die aufgeworfen werden. Analytische Exkurse integriert Wiedemann der Rezensentin zufolge verständlich in ihre Arbeit und trifft dabei den Ton eines "angenehmen Gesprächs". Bis auf die vielen Unterkapitel und deren mit Hashtags versehenen Überschriften hat Haaf nur wenig an Wiedemann auszusetzen und sieht ihre kleinteilige Fragmentierung als geeigneten Weg, das komplexe Thema fundiert aufzurollen.

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