Christian Neuhäuser

Reichtum als moralisches Problem

Cover: Reichtum als moralisches Problem
Suhrkamp Verlag, Berlin 2018
ISBN 9783518298497
Kartoniert, 281 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Reichtum gilt als gut, sogar als begehrenswert. Selbst wer nicht nach ihm strebt, würde ihn kaum zurückweisen, und wer anderen ihren Reichtum nicht gönnt, gilt schnell als neidisch. Christian Neuhäuser stellt in seinem neuen Buch solche Selbstverständlichkeiten in Frage und behauptet: Man kann nicht nur reich, man kann auch zu reich sein. Er zeigt, dass das gesellschaftliche Streben nach immer mehr ein Zusammenleben in Würde gefährdet, und argumentiert für einen Umgang mit dem erreichten Wohlstand, der deutlich verantwortungsvoller ist als derjenige, den wir gegenwärtig pflegen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 19.07.2018

Rezensent Tim Reiß bewundert die Unerschrockenheit, mit der der Philosoph und Wirtschaftsethiker Christian Neuhäuser sich dem Problem extremer finanzieller Ungleichheit aus ethischer Perspektive widmet. Die Gründe für eine absolute Deckelung von Vermögen und Einkommen durch einen Spitzensteuersatz von 100 Prozent liefert der Autor gleich mit. Dass der zweite Teil des Buches sozusagen zurückrudert, indem der Autor hier kleine Reformschritte vorschlägt, scheint Reiß hingegen fragwürdig. Wie weit sich der Autor auf Grundsatzdiskussionen der Wirtschaftswissenschaften einlässt, findet er bei aller Selektivität der Kritik im Buch allerdings mutig. Als Hinweis auf die prinzipielle Möglichkeit rationaler Argumentation für ein Reichtumsverbot scheint ihm der Band allemal verdienstvoll.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.04.2018

Rezensent Friedemann Bieber entdeckt eine gewisse Unschärfe in der Studie des Philosophen Christian Neuhäuser. Wo ein legitimer Wohlstand endet und ein problematischer Reichtum beginnt, vermag ihm der Autor etwa nicht zu erläutern, wenn er Reichtum als grundsätzlich problematisch (auch in einer nicht von existenzieller Armut bedrohten Gesellschaft) darzustellen versucht. Dass Reichtum in Haiti anders aussieht als in Norwegen, wird laut Bieber bei Neuhäuser auch nicht berücksichtigt. Die Problematisierung eines Reichtums, der die Selbstachtung anderer Menschen bedroht, scheint Bieber allerdings ein wichtiges Thema zu sein, das der Autor seiner Meinung nach kenntnisreich in der philosophischen Debatte verortet.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de
Stichwörter

Beliebte Bücher

Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…