Es glaubt niemand mehr an das Ende der Geschichte und zugleich haben die großen Entwürfe des 19. Jahrhunderts ihre Orientierungskraft verloren. Die Autoren antworten auf die Probleme, vor die sich die Geschichtsphilosophie heute gestellt sieht: Was können Aufklärung und Befreiung noch bedeuten? Wie erfolgt die Loslösung von den Zwängen der Gegenwart und geschichtlicher Entwicklungen? Welche Aufgaben stellt uns die Vergangenheit und was heißt es, diese anzunehmen?
Als Beitrag zur historischen Urteilskraft scheint dieser Sammelband für Robert Zwarg durchaus zu taugen. Zumal in den Beiträgen selten, wie Zwarg findet, der politische Gehalt unter akademischer Rede respektive Fachsprache begraben wird. Wie geht Geschichtsphilosophie am Beginn des 21. Jahrhunderts und was kann sie leisten? Diesen Fragen begegnen die Autoren von Christian Schmidt bis Christoph Menkes laut Rezensent mit der nötigen Besinnung auf ein handlungsmächtiges Subjekt, auf Utopien und ein prozessuales Verständnis von Freiheit. Dass sich die unterschiedlichen Beiträge im Band zu einer inhaltlich kohärenten und gesellschaftspolitisch relevanten Zusammenschau fügen, hält Zwarg für eine Ausnahme unter den Sammelbänden.
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