Schon in naher Zukunft werden wir von einer persönlichen KI durch unseren Alltag begleitet. Auch virtuelle Partner und die Vernetzung unserer Umwelten im Internet der Dinge sind nicht länger Nischenphänomene. Die Möglichkeiten von Künstlicher Intelligenz faszinieren mit großer Strahlkraft und entwickeln sich rasend schnell. Mit Sicherheit werden sie die Gesellschaft und die Welt, in der wir leben, nachhaltig verändern. Aber in welche Richtung? Meist sind neue Technologien mit den glitzernden Versprechen einer besseren Zukunft verbunden: Mehr Zeit für das Wesentliche dank smarter Apps! Mehr Verbindung zu deinen Mitmenschen durch Online Dating!
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.02.2025
Rezensent Oliver Pfohlmann empfiehlt ein angenehm ausgewogenes Buch über Gefahren und Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz mit dieser Studie des deutschen Philosophen Christian Uhle. Kenntnisreich und flüssig geschrieben weise Uhle zunächst darauf hin, in welche Abhängigkeiten wir geraten, wenn die Tech-Konzerne des Silicon Valley unsere regressiven Sehnsüchte bedienen, etwa wenn sich das Licht in der Wohnung automatisch dem Gemütszustand anpasst oder eine App wie "Replika" einen "Freund ohne Vorurteile, Depressionen oder soziale Angst" verspricht. Klug findet Pfohlmann zudem, wenn der Autor dafür plädiert, dass wir nicht von Künstlicher Intelligenz, sondern von "künstlicher Informationsverarbeitung" sprechen sollten, um klar zu markieren, dass KI kein Bewusstsein besitzt. Vor allem aber gefällt dem Kritiker, dass Uhle keineswegs als "Maschinenstürmer" auftritt, sondern den Möglichkeitsraum von KI in beide Richtungen auslotet: Ältere Menschen profitieren laut Uhle etwa durchaus von der Hilfe durch KI, auch als Nachhilfekräfte zahlen sich KI-Assistenten aus. Deutlich wird dem Rezensenten nach Lektüre dieses lesenswerten Buches: Ob KI zu mehr Autonomie oder mehr Abhängigkeit führt, hängt vom dahinterstehenden Geschäftsmodell ab - und da schwant Pfohlmann dann doch nichts Gutes.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 29.10.2024
Rezensentin Vera Linß preist das Buch des Philosophen Christian Uhle. Uhle fragt nach dem sinnvollen Umgang mit KI und regt die Rezensentin zum Nachdenken an darüber, wie sie selbst KI nutzt und wie sie sie noch besser nutzen kann. Laut Uhle findet eine Nutzung künstlicher Intelligenz im Dienst menschlichen Glücks allzu oft nicht statt. Algorithmen im Bereich von Social Media machen uns einsam, durch KI eingesparte Zeit führt durch Reboundeffekte nicht zu mehr Sinn, sondern zu einem noch schnellebigeren Alltag. Dagegen empfiehlt der Autor laut Linß eine Logik des Seins, in der die Technik uns bei der Öffnung gegnüber der Welt unterstützt. Tolle Idee, findet sie, und ein inspirierendes Buch.
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