Christoph Markschies macht in seinem Buch über die antiken Religionen mit einem erstaunlich fremdartigen Christentum bekannt, das tief in der Welt der heidnischen Gottesvorstellungen verwurzelt war. Er geht den Verbindungslinien zwischen den antiken Religionen nach und erklärt, warum sich erst im Mittelalter die bis heute geläufige Vorstellung von Gott als einem körperlosen Wesen durchgesetzt hat. Hat Gott einen Körper - und wenn ja, wie viele? In der Antike war jedenfalls auch für gebildete Christen ganz selbstverständlich, dass Gott, so wie die heidnischen Götter, einen Körper hat. Christoph Markschies zeigt, wie man sich den Körper Gottes konkret vorgestellt hat, verfolgt die philosophischen und theologischen Debatten darüber, besichtigt die antiken Tempel und geht den zahlreichen Bezügen zwischen dem christlichen und jüdischen Gott und den paganen Göttern nach. Daneben geht es immer wieder auch um den Menschen, seinen Körper, seine Seele und um die Heilkraft der Religion.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.08.2016
Einen Markstein theologischer und altertumswissenschaftlicher Forschung erkennt Uwe Walter in Christoph Markschies' Buch, das sich antiken Gottesvorstellungen widmet. Allerdings warnt er davor, den Band zu den Sachbüchern zu zählen. Allzu oft stark scheint ihm der gelehrte Anhang, allzu kompliziert der quellenkritische Erörterungsteil zu den vom Autor herangezogenen theologischen Texten. Körperliche Präsenz, "schön und lachend gegenwärtig" oder ätherisches Wesen? Markschies erörtet die Frage laut Rezensent anhand christlicher und jüdischer Gottesvorstellungen oder auch den Ideen spätantiker Mönche. So historisch die Studie vom Autor gedacht ist, so klar wird für den Rezensenten das theologische Potenzial des religiösen Anthropomorphismus und so sehr vermisst er eine "lebensweltliche Erdung" der im Buch nachgezeichneten theologischen Debatten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.04.2016
Bernhard Lang erkennt mit Christoph Markschies und seinem Buch den Widerstand gegen die platonische Auffassung von der Unkörperlichkeit Gottes. Bei den Kirchenvätern, den Stoikern und den jüdischen Mystikern etwa. Markschies, Professor für Kirchengeschichte, beschreibt aber auch die Kompromisse und eröffnet laut Rezensent innerhalb des Forschungsfeldes Körper im Christentum ein neues Kapitel, umfassend, neu und laut Rezensent ohne eindeutige Parteinahme für einen Gott mit einem Körper.
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