Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 29.08.2002
Es ist unmöglich, sich der Poesie, dem Blick Christoph Meckels zu entziehen, gesteht ein beeindruckter Jürgen Verdofsky. Denn in jedem der gut dreißig vorliegenden neuen Gedichte entdeckt er "das offenen Gesicht" des Dichters, einen unverstellten Blick auf das Konkrete, mit einfachen, direkten, treffenden Worten, die eben deshalb so berühren. "Gelebtes Leben" spricht aus ihnen. Erstaunt ist der Rezensent, wie unverbraucht die Sprache Meckels auch nach dreißig Jahren "Wortwerkstatt" noch daher kommt, bewundernd beschreibt er, wie Meckel "Altvernommenes und Niegehörtes" nebeneinander stellt und dabei aus einem "gewaltigen" Bilder- und Chiffrenvorrat schöpft. Was Meckel außerdem noch auszeichne , sei dessen hoher "Empfindungsreiz", seine "feinnervige Verletzbarkeit", die ihn sehen lässt, "wo andere wenig bemerken". Er "weiß um die Wölfe hinter den Wörtern, er weicht ihnen nicht aus". Die dreißig Gedichte des Bandes laden zum längeren Verweilen ein, schreibt der Rezensent, und sind wohl substanzvoll genug, um wieder zu ihnen zurückzukehren.
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