Caroline Arni (Hg.), Claudia Honegger

Gender - Die Tücken einer Kategorie

Joan W. Scott, Geschichte und Politik
Cover: Gender - Die Tücken einer Kategorie
Chronos Verlag, Zürich 2001
ISBN 9783034005050
Broschiert, 148 Seiten, 18,40 EUR

Klappentext

Beiträge zum Symposion anlässlich der Verleihung des Hans-Sigrist-Preises 1999 der Universität Bern an Joan W. Scott. Der Begriff "Gender" hat nach dem englischsprachigen Raum auch andere Sprachräume erobert. An den Universitäten werden Lehrgänge in "Gender studies" eingerichtet oder eingefordert, und Gleichstellungspolitik wird zunehmend als "Gender mainstreaming" betrieben. Die Historikerin Joan W. Scott, die 1986 den Begriff "Gender" als Kategorie der Analyse und Kritik in die Geschichtswissenschaft eingeführt hat, erörtert in ihrem Beitrag 'Die Zukunft von Gender'. Weiter finden sich in dem Band Reflexionen von Rosi Braidotti über das Verhältnis von Geschichte und poststrukturalistischer Philosophie, eine exemplarische Anwendung der Kategorie "Gender" in der politischen Soziologie von Francine Muel-Dreyfus sowie ein Artikel zur Rezeption von Scotts Studien im deutschsprachigen Raum von Claudia Opitz.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 31.01.2002

Bisher lehnten die meisten Feministinnen biologistische Betrachtungsweisen, die in sämtlichen wissenschaftlichen Disziplinen in Mode gekommen sind, ab und bestanden vielmehr auf einer strikten Trennung in das soziale - "Gender" genannte - und das biologische - "Sex" genannte - Geschlecht, berichtet Andrea Rinnert. Die Postfeministin Joan W. Scott gehörte, so die Rezensentin, zu den ersten, die dafür plädierte, biologische Faktoren in der Geschlechterforschung nicht außen vor zu lassen. Ihr Denken, für Rinnert stets "innovationsfreudig", war 1999 Thema eines Symposiums in Bern, wo Scott den Hans-Sigrist-Preis erhielt. Die zentralen Reden sind in diesem Buch versammelt, zusammengehalten durch "die personale Klammer" Scott. Der Ton dieser Vorträge ist denn, schreibt die Rezensentin, im "Duktus der Würdigung" verfasst, aber keineswegs undifferenziert. Die Diskussion über die Nützlichkeit der Kategorie Gender, meint Rinnert, sei noch lange nicht beendet.

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