Beiträge zum Symposion anlässlich der Verleihung des Hans-Sigrist-Preises 1999 der Universität Bern an Joan W. Scott. Der Begriff "Gender" hat nach dem englischsprachigen Raum auch andere Sprachräume erobert. An den Universitäten werden Lehrgänge in "Gender studies" eingerichtet oder eingefordert, und Gleichstellungspolitik wird zunehmend als "Gender mainstreaming" betrieben. Die Historikerin Joan W. Scott, die 1986 den Begriff "Gender" als Kategorie der Analyse und Kritik in die Geschichtswissenschaft eingeführt hat, erörtert in ihrem Beitrag 'Die Zukunft von Gender'. Weiter finden sich in dem Band Reflexionen von Rosi Braidotti über das Verhältnis von Geschichte und poststrukturalistischer Philosophie, eine exemplarische Anwendung der Kategorie "Gender" in der politischen Soziologie von Francine Muel-Dreyfus sowie ein Artikel zur Rezeption von Scotts Studien im deutschsprachigen Raum von Claudia Opitz.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 31.01.2002
Bisher lehnten die meisten Feministinnen biologistische Betrachtungsweisen, die in sämtlichen wissenschaftlichen Disziplinen in Mode gekommen sind, ab und bestanden vielmehr auf einer strikten Trennung in das soziale - "Gender" genannte - und das biologische - "Sex" genannte - Geschlecht, berichtet Andrea Rinnert. Die Postfeministin Joan W. Scott gehörte, so die Rezensentin, zu den ersten, die dafür plädierte, biologische Faktoren in der Geschlechterforschung nicht außen vor zu lassen. Ihr Denken, für Rinnert stets "innovationsfreudig", war 1999 Thema eines Symposiums in Bern, wo Scott den Hans-Sigrist-Preis erhielt. Die zentralen Reden sind in diesem Buch versammelt, zusammengehalten durch "die personale Klammer" Scott. Der Ton dieser Vorträge ist denn, schreibt die Rezensentin, im "Duktus der Würdigung" verfasst, aber keineswegs undifferenziert. Die Diskussion über die Nützlichkeit der Kategorie Gender, meint Rinnert, sei noch lange nicht beendet.
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…