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Damiano Femfert

Rivenports Freund

Roman
Cover: Rivenports Freund
Schöffling und Co. Verlag, Frankfurt am Main 2020
ISBN 9783895610776
Gebunden, 304 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Argentinien, 1952. Wie aus dem Nichts taucht in der verschlafenen Kleinstadt S. ein junger Mann auf. Er ist schwer verletzt, hat nichts als seine Kleider am Leib und scheint sein Gedächtnis verloren zu haben. Nur einen Namen wiederholt er immer wieder: Kurt. Doktor Rivenport, der Direktor des örtlichen Krankenhauses, ist über die Einlieferung des neuen Patienten gar nicht erfreut. Er stört sein geruhsames Leben im perfekten Gleichgewicht zwischen den Pflichten als Arzt und seiner Passion: dem Fangen und Präparieren von Schmetterlingen. Am liebsten würde er Kurt gleich wieder loswerden, doch das ist nicht so einfach. Polizei und Lokalpolitik kommen mit ihren Untersuchungen nicht weiter. Die Nonnen, die Kurt zunächst aufgenommen haben, setzen ihn vor die Tür. Rivenport bleibt keine andere Wahl, als seinen ehemaligen Patienten bei sich zu Hause aufzunehmen. Langsam wächst seine Faszination für Kurt, und er beginnt, auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen. Diese führen ihn schließlich zurück in die jüngste Vergangenheit der europäischen Geschichte. Ist Kurt einer der vielen Deutschen, die ins Land gekommen sind? Ist er Opfer oder Täter? Und was würde das für ihre Freundschaft bedeuten?

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.02.2020

Rezensent Christoph Schröder ist enttäuscht von Damiano Femferts Debütroman. Die im Jahre 1952 angesiedelte Geschichte erzählt davon, wie ein fremder Mann, blond und blauäugig, an der argentinisch-chilenischen Grenze verletzt aufgefunden und in eine Provinzstadt aufgenommen wird, woraufhin sich Gerüchte über die Herkunft des anonymen Unbekannten bilden. Diese spannende Prämisse, die Grundfragen über Identität, Fremdzuschreibung und Gemeinschaft aufwerfe, findet der Rezensent spannend, aber ihr Potenzial werde von Femfert verschenkt. Das liegt, so der Kritiker, vor allem daran, dass konsequent aus der Perspektive des einfältigen Arztes Rivenport erzählt werde, der den Roman so leider mit seiner Banalität "infiziere" und für reichlich "Phrasenmüll" sorge. Auch die politischen Fragen werden von Femfert höchstens angerissen, bedauert der Rezensent. Letztlich ein überambitioniertes Romandebüt, das seinen Ansprüchen nicht gerecht wird, schließt Schröder.
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