Tanzende Frau, blauer Hahn
Roman

Penguin Verlag, München 2026
ISBN
9783328604402
Gebunden, 160 Seiten, 22,00
EUR
Klappentext
Liebesvariationen in den rumänischen Karpaten, Sommer für Sommer treffen sich Camil und Roxana im kleinen Ort Buşteni in den rumänischen Bergen. Hier trennt sie eine Bahnschranke - in Wirklichkeit trennt sie jedoch ein ganzes Leben. Für diese Wochen im Sommer verwischen die Unterschiede. Gemeinsam beobachten sie die Paare im Ort und ergründen, wann Liebe Liebe ist. Da ist die kluge Anwältin aus Bukarest, die ihren kranken Mann pflegt, bis eines Tages ein Baum aus ihrem Haus wächst. Und die schöne Dame, die einer Figur aus einer Telenovela gleicht, mit ihrem völlig unscheinbaren Ehemann. Das Paar mit den gleichen Wehklagen. Paare, die ungleicher kaum sein könnten und die doch glücklich miteinander zu sein scheinen. Und mittendrin Roxana und Camil und ihre Geschichte, die eine Liebesgeschichte werden könnte. Mit eben jener Geschichte fährt eine Autorin durch Deutschland und erzählt jeden Abend einem neuen Publikum von dem jungen Liebespaar.
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Info)
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 11.05.2026
Rezensentin Judith von Sternburg schwärmt für Dana Grigorcea, für sie schon jetzt das Sommerbuch 2026. Grigorcea erzählt eine sommerlich leichte Liebesgeschichte, aber vom Tod her und mit Sinn für Gesellschaftliches im Rumänien der Nachwendezeit, erklärt Sternburg. Dass die Autorin sprachlich ökonomisch gefassten Realismus mit allerhand Ungeheurem verschneiden kann, weiß die Rezensentin schon. Hier aber dreht Grigorcea die Schraube der Unmöglichkeiten noch einmal weiter, meint Sternburg begeistert. Es gibt "hinreißende" Sexszenen und Flüche, die sich erfüllen, und einen Roman im Roman. Für Sternburg eine meisterlich raffinierte Romankonstruktion, ein motiv- und anspielungsüberreiches Lesevergnügen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.04.2026
Rezensent Hubert Winkels hält Dana Grigorceas kleinen Roman für ein "verführerisches Kunststück". Erzählt wird von einer bukolischen Sommeridylle auf dem Land in Ceaușescus Rumänien, von erster Liebe und magischer Verwandlung von Mensch und Tier. Die gewählte Kindersicht macht's möglich. Eine zweite Ebene erzählt laut Winkels von der Darbietung der Geschichte bei öffentlichen Lesungen und ihren Umständen. Und dann ist da noch die eingedunkelte Ebene des Requiems für den toten Geliebten. All das verzahnt die Autorin laut Winkels auf raffinierte wie elegante Weise und lässt dem Leser zugleich Raum für die eigene Fantasie.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk, 04.04.2026
In ihrem neuen Roman fängt Dana Grigorcea die Atmosphäre einer Karpaten-Kleinstadt nach der rumänischen Revolution auf "bezaubernde" Weise ein, findet Rezensent Christoph Schröder. Roxana, eine der Figuren, kommt ursprünglich aus Bukarest, verbringt ihre Sommer aber bei der Großmutter in Busteni, wo sie viele Sommer mit Camil befreundet ist, dessen Tod viele Jahre später ihre Erinnerungen in Gang setzt. Grigorcea verbindet auf gelungene Weise Melancholie und Komik, so Schröder, er fühlt sich den schrulligen Stadtbewohnern gleich verbunden, egal, ob sie mit ihrem zweibeinigen Hund durch den Ort flanieren oder ihnen plötzlich ein Kirschbaum durchs Parkett bricht. Diese Erinnerungen liest er eingebettet in die Rahmenhandlung einer Schriftstellerin, die gerade auf Lesereise und auf der Suche nach neuen Geschichten ist - ob es sich dabei um die Autorin selbst handelt, verrät der Rezensent nicht, versichert aber, dass die Auflösung dem großartigen Buch noch eine spannende Volte hinzufügt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.03.2026
"Bewundern und Betörenlassen braucht Zeit", sagt Dana Grigorcea im Interview mit Rezensentin Leonie C. Wagner. Sich diese Zeit zu nehmen, sei eine Fähigkeit, die vielen immer mehr abhanden komme. Ständig sei da die Angst, etwas zu verpassen, sagt sie. Es gibt jedoch ein Antidot gegen diese Angst, weiß Grigorcea auch: Die Literatur. Und oh, dieses Antidot kann köstlich sein, weiß Wagner wiederum: so leicht, so sommerlich frisch, humorvoll und wendungsreich wie "Tanzende Frau, blauer Hahn" zum Beispiel. Für die in Ceausescus Rumänien geborene, in der Schweiz lebende Autorin bedeutet die Literatur Freiheit, sie ermöglicht es, Räume zu schaffen, Räume einzunehmen, Menschen kennenzulernen, sich ihnen zu nähern, ihre Welten zu erkunden - Welten wie der rumänische Ort Busteni im Sommer 1989, kurz nach der Wende. Für Grigorcea ist das Schreiben über und an solche Orte und Momente eine Form der Lebenslust, und diese Lust, so die angeregte Rezensent, überträgt sich!