Von den 675.000 Mann der "grande armée", mit der Napoleon 1812 gegen Russland zog, kehrten noch rund 80.000 zurück. Soldaten aus 20 Nationen nahmen daran teil und ihre Erinnerungen stehen im Mittelpunkt. Auf der Basis von Tagebüchern und Aufzeichnungen aus der Schweiz, Frankreich und Deutschland rekonstruiert "Soldatenleben" das harte Feldzugsleben. Dank der Berichte der Schweizer Soldatenfrau Katharina Peyer wird auch die weibliche Sicht auf den Russlandfeldzug gezeigt. Erzählt wird vom Übernachten im Freien, dem Biwak, von den Gewaltmärschen, den Einquartierungen, dem Hunger und Durst, den Krankheiten, dem Leiden der Pferde, aber auch von Kampf und Plünderungen, Desertionen und Gefangenschaft.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.06.2012
An Daniel Furrers Darstellung von Napoleons verheerendem Russlandfeldzug von 1812 gefällt Urs Hafner nicht nur die sprachliche Erscheinung. Ihm ist vor allem sehr positiv aufgefallen, dass der Autor dem menschlichen Leid sowohl bei den Soldaten wie auch bei der Zivilbevölkerung Rechnung trägt. Besonders eindrücklich findet Hafner hier die Augenzeugenberichte, die der Autor ausführlich zitiert. Gerne verzichtet dagegen hätte der Rezensent auf Furrers geschichtsphilosophischen Auslassungen und seine mal "belehrenden", mal verzichtbar erscheinenden Urteile, die Hafner im Einzelfall auch schon mal "irritierend" findet.
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