Der Sieg Russlands über Napoleon markiert ein epochales Ereignis der europäischen Geschichte. Nach der Zerschlagung der vertriebenen Grande Armee 1812 wurde Napoleons Heer 1813 ein weiteres Mal auf deutschen Schlachtfeldern besiegt, bevor russische Truppen an der Spitze der siegreichen Koalition am 31. März 1814 in Paris einmarschierten. Damit begründete das Zarenreich im bis dahin längsten Feldzug der europäischen Geschichte Stabilität und Frieden im damaligen Europa. Dominic Lieven bezieht erstmals umfassend die russische Ereignisperspektive ein und revidiert zentrale Positionen bisheriger Geschichtsschreibung, die sich vornehmlich auf westliche Quellen stützt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.02.2012
Eigentlich dachte Stephan Speicher, dass zur Schlacht um Europa längst alles gesagt wäre. Dominic Lieven, Professor für russische Geschichte in London, jedoch belehrt ihn mit beherztem Griff in die nicht allzu lange zugänglichen Archive eines Besseren und gibt die russische Perspektive. Lievens Sympathie gilt dem russischen Soldaten, seiner Zähigkeit und Treue, merkt Speicher schnell und erklärt sich das mit dem humanen Interesse des Autors am unbekannten Soldaten. In Sachen russische Politik und Kriegsführung der Jahre 1813 und 1814 sieht Speicher Lievens Leistung in der vergleichsweise starken Gewichtung des russischen Anteils gegenüber dem der napoleonischen Truppen. Und die Handlungsoptionen des historischen Moments wurden ihm derart beeindruckend auch noch nie präsentiert. Tief in die Mühen der Diplomatie führt der Autor den staunenden Rezensenten.
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