Aus dem Amerikanischen von Getrud und Martin Bauer. "Jede Art von Politik sollte sich an das Prinzip halten, dass Individuen dafür verantwortlich sind, was sie sagen und tun." Dieser moralische Anspruch des amerikanischen Präsidenten gilt anscheinend nicht für ihn selbst. David Corn nimmt die politische Karriere des George W. Bush von dessen Gouverneurszeit in Texas über den Präsidentschafts-Wahlkampf bis hin zum Irakkrieg unter die Lupe und kommt bei der Gegenüberstellung von Bushs Äußerungen mit den Fakten zu einem schockierenden Ergebnis: Ob Steuer- und Umweltpolitik, 11. September oder der Krieg gegen den Terrorismus, Bush und seine Mitarbeiter führen die Öffentlichkeit kontinuierlich und skrupellos in die Irre - geduldet oder sogar unterstützt von den amerikanischen Medien.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.03.2004
Als "notorischen Lügner" will David Corn den gegenwärtige Präsident der USA entlarven, berichtet Rezensent Werner Link, der sich mit einer ganzen Reihe von Büchern befaßt, die die USA auf der Anklagebank sehen und für Bush nicht viel Sympathie übrig haben. Ganz allgemein beklagt Link hier eine Einseitigkeit und Zuspitzung der Argumentation gegen Amerika, die er nicht für legitim hält. Doch offensichtlich scheint Corn mit seinem harten Urteil nicht völlig daneben zu liegen. Jedenfalls räumt Link in seiner Besprechung ein: "Kapitel für Kapitel werden Bushs Beteuerungen seiner Wahrheitsliebe, die jeweils einleitend zitiert werden, widerlegt." Dass der Päsident "mit all dem durchgekommen" sei, so Link, liege nach Corn nicht nur, aber doch in großem Maße an der Medienwelt.
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