David Markson

Wittgensteins Mätresse

Roman
Cover: Wittgensteins Mätresse
Berlin Verlag, Berlin 2013
ISBN 9783827008176
Gebunden, 336 Seiten, 22,99 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Sissi Tax. Mit Texten zum Roman von Elfriede Jelinek und David Foster Wallace. In einem Strandhaus an einer unbekannten Küste dokumentiert eine Frau ihre Suche nach den Überlebenden einer namenlosen Katastrophe, durchforstet ihre Erinnerung an Kunstwerke, Bücher und Artefakte einer untergegangenen Zivilisation. Und während Kate rastlos über den Globus reist, in den größten Museen der Welt übernachtet und an den verlassenen Monumenten unserer Kultur umherstreicht, entspinnt sich wie nebenbei eine irrwitzige Geschichte der westlichen Welt: von Homer, der womöglich eine Frau war, über Aristoteles' Lispeln bis zu Rembrandts rostbrauner Katze, von Guy de Maupassants Abneigung gegenüber dem Eiffelturm zu Brahms' Abneigung gegenüber Kindern. Doch dann und wann, tief verborgen zwischen den Zeilen, scheint eine Trauer auf, die vermuten lässt, dass Kates Geschichte womöglich eine ganz andere ist ...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.2013

Nie hat Morten Freidel das Alleinsein eines Menschen nach einer nicht näher definierten Apokalypse derart komplex und konsequent verhandelt gefunden wie in diesem Roman aus dem Jahr 1988, jetzt neu aufgelegt. Und nie hat er die erzählerische Beschäftigung mit Wittgensteins Hauptwerk, mit dem Thema Wirklichkeitsverlust durch Sprachverlust so überzeugend gefunden. Dass der Text von David Markson nicht gerade leichte Kost ist, räumt Freidel freimütig ein. Allerdings findet er diesen Umstand einer Sprache der Einsamkeit, und um die geht es in diesem Buch, nur allzu angemessen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 20.07.2013

David Marksons im Original 1988 erschienener, jetzt in deutscher Übersetzung vorliegender Roman "Wittgensteins Mätresse" hat bei Rezensent Michael Schmitt  einen ambivalenten Eindruck hinterlassen. Das durch und durch postmodern anmutende Werk scheint ihm zweifellos ein großes "Romanexperiment": es erzählt von einer Künstlerin, die in einer postapokalyptischen Welt vor sich hin monologisiert, daneben treten Episoden mit Künstlern wie Michelangelo und van Gogh und Szenen aus verschiedenen Städten und Museen. Für Schmitt liest sich das wie eine "ausufernde Dramatisierung der philosophischen Methode" Wittgensteins. Dies findet er teilweise faszinierend zu lesen. Andererseits hört er bei der Lektüre stellenweise doch sehr eine "Textmaschine" klappern. Dennoch bleibt das Werk für ihn ein mutiges Wagnis und Experiment.

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