Aus dem Englischen von Simone Jakob. "Ich habe das Gefühl, unsere Ehe ist am Ende, Douglas. Ich glaube, ich will dich verlassen", verkündet Connie eines Nachts ihrem darauf absolut unvorbereiteten Ehemann Douglas. Nach über zwanzig Jahren glücklicher Ehe sei der ideale Zeitpunkt für eine Trennung und einen Neuanfang gekommen - jetzt, wo auch ihr Sohn Albie bald ausziehe. Doch der letzten gemeinsamen, bereits geplanten Reise, der Grand Tour durch bedeutende Städte Europas - Paris, Amsterdam, München, Venedig, Florenz, Madrid, Barcelona -, soll laut Connie dennoch nichts im Wege stehen. Unterwegs erinnert sich Douglas an ihre zahlreichen Erlebnisse und an die verschiedenen Phasen ihrer Beziehung und hofft, seine Frau auf dieser Reise zurückzugewinnen und zugleich die Beziehung zu seinem Sohn vertiefen zu können - ein ambitioniertes Unterfangen, das trotz akribischer Planung unerwartete Wendungen nimmt.
Es ist wohl zum Teil David Nicholls intelligenten Büchern zu verdanken, dass die Unterhaltungsliteratur salonfähig geworden ist, vermutet Kristina Maidt-Zinke. Mit seinem neuen Roman "Drei auf Reisen" setzt der Autor auf bewährte Strategien, verrät die Rezensentin: wieder einmal erzählt ein liebenswerter Verlierer seine Geschichte voll englischem Humor und Selbstironie. Auch die Idee, ein Ehepaar nach formeller Trennung noch einmal auf Reisen zu schicken, mutet klassisch komisch an, findet Maidt-Zinke. Es sind die melancholischen Untertöne, deren Ursprung sich erst zum Ende hin klärt, und Nicholls "szenische Intelligenz", die auch dieses Buch wieder von ähnlichen abheben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.11.2014
Keine Empfehlung von Andreas Platthaus für diesen Roman von David Nicholls. Die im Buch in nervender Rollenprosa inszenierte ausgiebige Europatour eines Ehepaars in der Krise möchte laut Platthaus nur eins: unterhalten. Überfordert fühlt sich der Rezensent also nicht, im Gegenteil. In dem dicken Buch, meint er, knirscht nicht nur die Erzählmechanik, auch das Gerede der Figuren nervt entschieden. Und eine Reihe übersetzerischer Fragwürdigkeiten und Druckfehler entdeckt der Rezensent auch noch.
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