Klara hat Hirtenberg nie vergessen. Wie stolz sie war, als sie im Jahr 1944 in der kleinen Gemeinde ankam, um in der Munitionsfabrik ihren Beitrag zum Sieg zu leisten. Wie sie unter den Arbeiterinnen trotz Angst und Entbehrungen auch Nähe fand. Erst als alte Frau spürt sie, dass sie für ihren Enkel Luis aussprechen muss, was damals geschah. Denn die Ereignisse reichen bis weit in sein Leben hinein. Sie erzählt von den Aufseherinnen, vom Lager, das über Nacht errichtet wurde, von der Freundschaft und dem Schicksal der Frauen und den letzten langen Tagen des Kriegs, die ihr Leben verändern sollten.
Rezensentin Eva Pfister schätzt den ernsthaften, "didaktisch-versöhnlichen" Ansatz, mit dem sich Didi Drobna in ihrem Roman der Situation von Zwangsarbeiterinnen in einer Außenstelle des KZ Mauthausen im Jahr 1944 widmet. Indem die Autorin ihre Protagonistin auf zwei Zeitebenen von ihren Erfahrungen als Zwangsarbeiterin erzählen lässt, von der rauen, von Drobna laut Pfister überzeugend recherchierten Wirklichkeit der Munitionsherstellung sowie vom weit nachwirkenden Trauma der Kriegszeit, bietet sie der Leserin eine umfassende, historisch differenzierte, anschauliche Betrachtung, findet die Rezensentin.
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