Dieter Pohl

Gebhardt. Handbuch der Deutschen Geschichte in 24 Bänden

Band 20: Nationalsozialistische Verbrechen 1939-1945
Cover: Gebhardt. Handbuch der Deutschen Geschichte in 24 Bänden
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2022
ISBN 9783608600209
Gebunden, 464 Seiten, 45,00 EUR

Klappentext

Wie hält man 80 Jahre nach der Wannsee-Konferenz die Erinnerung wach? Im Zentrum des Bandes steht die Vernichtung des europäischen Judentums; die anderen Opfergruppen werden angemessen berücksichtigt. Dabei tritt die europäische Dimension dieses Zivilisationsbruchs deutlich zutage. Es handelt sich um die erste umfassende Darstellung der Verbrechen während des Zweiten Weltkriegs innerhalb des "Gebhardt".

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 27.01.2023

Rezensent Sven Felix Kellerhoff begrüßt Dieter Pohls Buch als Teil der 10. Neubearbeitung von Gebhardts "Handbuchs der deutschen Geschichte". Wie der Historiker die Vernichtung der Juden in Auschwitz, aber auch die gezielte Ermordung jüdischer Kinder sowie der Sinti und Roma als zentrale Komplexe der Vernichtungspolitik der Nazis thematisiert und ihre Rigorosität herausarbeitet, scheint dem Rezensenten lesenswert. Ebenso überzeugt ihn Pohls auf der Basis des aktuellen Forschungsstands vorgenommene Darstellung von Befehlsstrukturen und Tätermotiven.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.12.2022

Die zehn Jahre Wartezeit auf diesen Band hat sich für Rezensent René Schlott gelohnt: Er lobt den auch "äußerlich hochwertigen" Band des Historikers Dieter Pohl über den grünen Klee. Pohl habe im Laufe der Jahre die Perspektive auf die nationalsozialistischen Verbrechen erweitert. Neben dem Mord an den Juden, der allerdings nach wie vor "im Zentrum" der Nazi-Verbrechen stehe, nimmt er auch die Verbrechen an anderen Gruppen in den Blick, "Zigeuner", "Asoziale", Homosexuelle und Behinderte zum Beispiel. Zugleich erfasst er die europäischen Dimensionen der Naziverbrechen, so der überwältigte Rezensent. Auch mit den aufgezeigten Parallelen zwischen unterschiedlich begründeten Verfolgungen ist das Buch für den Rezensenten eine "echte Innovation".  Etwas spröde liest es sich vielleicht mit seiner Auflistung von Fakten, aber erstens ist es ein Handbuch und zweitens ist das auch dem Thema angemessen, findet Schlott: Er konnte eh nicht mehr als ein paar Seiten auf einmal lesen, zu abgründig sind die Verbrechen.

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