Dolly Freed

Die Faultiermethode

Ein Manifest gegen die alltägliche Diktatur des Geldes
Cover: Die Faultiermethode
Rogner und Bernhard Verlag, Berlin 2010
ISBN 9783807710648
Gebunden, 300 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Yamin Rauch. Seit es sich herumgesprochen hat, dass die fetten Zeiten vorbei sind, werden wir von Büchern bombardiert, die uns beibringen wollen, wie man den Gürtel enger schnallt. Die meisten halten Ratschläge feil, die ihren Namen nicht verdienen. Ja, Radfahren ist billiger als Autofahren, Kartoffelsuppe günstiger als Hummer, und Urlaub braucht nur der, dessen Alltag unbefriedigend ist. Hier ist nun endlich ein Buch von anderem Kaliber, das man getrost als Klassiker der Aussteiger-Literatur bezeichnen kann. Geschrieben von einem Mädchen, das im Alter von 18 Jahren mit ihrem Vater, den sie "The Old Fool" nennt, auf ein Stückchen Land in Philadelphia zieht und dort ein Leben als Selbstversorger aufbaut. Ohne jeden ideologischen oder missionarischen Geist, aber mit großem Witz schildert Dolly ihre Tagesaktivitäten und Maximen, die größtenteils der physischen und psychischen Erbauung gewidmet sind. Zum Essen werden Hasen und Hühner gezüchtet, geschlachtet und zubereitet, Fische gefangen und Gemüse eingelegt, zum Trinken und als Medizin gegen fast alle Zipperlein gibt es selbst gebrannten Schnaps.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.03.2011

Als Ratgeber fürs Aussteigerleben kann Christian Welzbacher dieses Buch nicht ernst nehmen, und zu seinem Kummer taugt es nicht einmal dazu, als "Parodie" gelesen zu werden. Die unter dem Pseudonym "Dolly Freed" auftretende Autorin plädiert in ihrem vor 22 Jahren im amerikanischen Original erschienenen Leitfaden dafür, sich dem Konsumleben zu entziehen und schwärmt von ihrem glücklichen Aussteigerleben als autonome Selbstversorgerin, erklärt der Rezensent. Davon abgesehen, dass die Tipps zur Lebensführung hierzulande nicht denkbar sind (wer kommt schon an Schnappschildkröten für die Ernährung heran?) und die Zahlen und Fakten absolut veraltet sind: das Buch liest sich vor allem als die Beschreibung des "tumben Urzustands" weißer spießiger Mittelklasse-Amerikaner, die versuchen, der Ölkrise der 1970er Jahre etwas entgegenzusetzen, spottet der Rezensent, der das Buch schlicht als Blödsinn abtut.

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